Die Strecke zwischen Bethlehem und Modderpoort windet sich in zahlreichen Steigungen durch die bergige Landschaft und sieht nur äußerst selten einmal Planzüge, so dass wir hier ein ideales Terrain für Charterdampfzüge vorfinden. Zudem untersteht sie Bethlehem, wo die Transnet-Mitarbeiter froh darüber sind, dass sich jemand für ihre Eisenbahn interessiert und sie das Unterfangen daher auch personell unterstützen. Denn trotz widriger Umstände auf den letzten beiden Reisen haben wir immer noch große Pläne in Südafrika. Unter weiträumiger Umgehung der Verhinderungs-Spezialisten in Bloemfontein sowie unter Vermeidung des Mitwirkens von Personen und Organisationen, die dem Erfolg einer solchen Reise abträglich sein könnten, haben wir ein räumlich begrenztes und damit auch preiswerteres Event zusammengestellt, was aber an fotografischen Möglichkeiten kaum hinter den anderen Touren zurückstehen wird.

Wir werden die Strecke mit Lokomotiven befahren, die in der Endzeit des Dampfbetriebes dort nicht mehr anzutreffen waren, aber bis 1960 täglich schwere Züge über die starken Steigungen geschleppt haben. Einerseits ist das die bekannte Klasse 15F, eine beeindruckende Maschine: 5,9 m² Rostfläche, je nach Ausstattung zwischen 295 und 320 m² Gesamtheizfläche und mit 255 Stück die meistgebaute Type für die Südafrikanische Staatsahn. Auf vielen Strecken waren diese Loks anzutreffen, und über drei Dutzend sind heute noch vorhanden jedoch nur zwei davon betriebsfähig, eine mit einem Riss im linken Schieber, die andere die, die wir nutzen werden in technisch einwandfreiem Zustand. Die Maschinen waren meist in schwarzer, eine Handvoll aber auch in grüner Lackierung im Einsatz.
Die Klasse 15CA ist als die lautstärkste Lokomotive der Südafrikanischen Staatsbahn bekannt. Unsere Maschine, 15CA 2850 stammt aus dem letzten North British-Baulos von 1929, das gleich mit auf 610 mm vergrößertem Zylinderdurchmesser geliefert wurde und damit 10 mm mehr, als die DR-Baureihe 50 aufzuweisen hat. 84 Maschinen dieser sehr kräftigen 2'D1'h2-Maschinen wurden zwischen 1926 und 1929 in Dienst gestellt. Die Rostfläche dieser 175 Tonnen schweren Maschinen beträgt 4,5 m² mithin nur 0,05 m² weniger, als bei der Serienausführung der Baureihe 44! Diese Kapspurmaschine hat in etwa die gleiche Zugkraft wie eine DR Baureihe 50.

Wie alle anderen Reisen auch begibt man sich bei Dampfcharterzügen ins Risiko. Es handelt sich bei über 80 bzw. fast 100 Jahre alten Dampflokomotiven um technische Maschinen, denen das Risiko eines Versagens innewohnt. Dieses Risiko ist nicht auszuschließen oder kleinzureden, egal, welchen Aufwand man betreibt. Das Risiko des Eisenbahnbetriebes besteht u. a. auch in einer Entgleisung, die einen Ausfall verursachen kann. Auch behördliche Anordnungen können zum Ausfall geplanter Leistungen führen. Und wenn wir Pech haben, dann geht es eben nicht, aber und das bitte ernst nehmen das Geld ist trotzdem ausgegeben. Es kommt nicht wieder zurück und kann auch nicht eingeklagt werden. Wer dieses Risiko scheut, buche bitte keine Reisen mit Dampfcharterzügen. Denn auch wenn wir alles dafür tun, dass es funktionieren wird: wir, also alle Beteiligten vom Schlosser, Schweißer, Heizer, Lokführer und alle anderen Organisatoren und Mitwirkenden, sind nicht Gott und können nicht zaubern.
Wir werden sowohl Langstrecken-Reisezugwagen als auch Güterwagen zur Verfügung haben und können daraus verschiedene Zugkompositionen bilden.

|
Datum |
Reiseplan |
|
12.9. |
Abflug am Samstag: Individueller Flug nach Johannesburg. |
|
13.9. |
Ankunft in Johannesburg bis 11 Uhr. Bustransfer ca. 13 bis 17 Uhr nach Bethlehem, wo wir auch übernachten werden. |
|
14.9. |
Vor Sonnenaufgang fahren wir mit unserem Charterbus nach Slabberts. Zuglok soll 15CA 2850 sein, die wohl lautstärkste aller SAR-Lokomotiven. Wir wollen mit einer Ausfahrt aus dem Bahnhof beginnen, sowie die Sonne die Schienen erreicht, und dann mit vielen Fotohalten bis nach Ficksburg beginnen, wo wir gegen Sonnenuntergang eintreffen sollten. Nach Ankunft wird unsere Lok auf dem Gleisdreieck gedreht. Hotel in Ficksburg. |
|
15.9. |
Weit vor Sonnenaufgang geht es mit unserem Charterbus nach Fouriesburg, wo auf uns ein mit 15F 3117 bespannter Personenzug warten sollte. Bei Sonnenaufgang wollen wir ein erstes Foto in einer Steigung ca. 2,5 km hinter Fouriesburg umsetzen und dann bis nach Ficksburg fahren. Hotel in Ficksburg |
|
16.9. |
Bei Sonnenaufgang soll unsere 15CA ca. 11 km von Ficksburg nach Norden bis etwas hinter Sekonyela fahren. Von dort wird uns dann wahrscheinlich 15F 3117wieder zurück nach Ficksburg bringen und ca. 8 km weiter in Richtung Owanty, bis kurz hinter die Flussbrücke. Von dort fahren wir die starke Steigung nach Ficksburg hinauf wobei die Zuglok wiederum 15CA 2850 sein soll. Am Nachmittag ist dann eine Fahrt mit unserer 15F von Ficksburg nach Gumtree geplant, wo unser Zug auch übernachten soll. Hotel in Ficksburg. |
|
17.9. |
Am frühen Morgen setzen wir uns wieder in Bewegung, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang ca. 3,5 km westlich von Gumtree unseren Charterzug mit der aufgehenden Sonne in Szene setzen zu können. Wir wollen danach unsere Fahrt bis Modderpoort fortsetzen, wo wir am Abend eintreffen sollten. Übernachtung in Ladybrand und je nach Größe der Gruppe auch in Modderpoort. |
|
18.9. |
Bei Sonnenaufgang wird unser Zug von Modderpoort zurück nach Ficksburg fahren, wo wir um den Sonnenuntergang herum ankommen wollen. Zuglok soll wiederum 15F 3117 sein. Hotel in Ficksburg |
|
19.9. |
Heute wollen wir mit beiden Lokomotiven von Ficksburg bis nach Bethlehem fahren, wo wir am Abend ankommen sollten. Hotel in Bethlehem |
|
20.9. |
Wenn wir unser Programm von Verspätungen oder Ausfällen geplagt war, sehen wir einen Tag als Reservetag vor. Wenn wir hingegen planmäßig unterwegs waren, fahren wir heute mit unserem Zug nach Johannesburg. Für den Fall aller Fälle, fährt unser Charterbus parallel zu unserem Zug, so dass wir umsteigen können. Vor unseren Dampfloks läuft eine Diesellok. Ggf. Hotel in Johannesburg |
|
21.9. |
Bustransfer nach Johannesburg zum Flughafen und Rückflug vsl. am Abend |
|
22.9. |
Ankunft in Europa am Morgen |
Bei entsprechender Nachfrage werden wir im Anschluss einen kleinen Ausflug in den Krüger-Natonalpark planen, wo wir in einem sehr schönen Hotel übernachten werden, von dessen Terrasse aus man bereits etliche Tiere beobachten kann.
Die Strecke Modderport Ficksburg Bethlehem besticht durch viele Kurven, Steigungen, Berge im Hintergrund etc. und lässt sehr viele verschiedene Motive zu. Einige Streckenabschnitte liegen auch in Ost-West-Richtung, so, dass uns auch Aufnahmen gelingen sollten, wo ich die Sonne im Zug spiegelt („Glint-Aufnahmen“). Die Strecke bietet einige herausragende Fotomöglichkeiten, die sich glücklicherweise auch für große Gruppen eignen.

Den Krüger Nationalpark zu beschreiben hieße Eulen nach Athen tragen. Jeder kennt ihn, jeder weiß, wie gut er ist. Unser Hotel dort ist exzellent und eine super Erholung nach der Reise.
Unser Mann vor Ort, Derick, hat einen Durchbruch erzielt. Er ist eine Kooperation mit einem privaten Eisenbahnunternehmen eingegangen. Dieses private Unternehmen hat etliche Dieselloks im Bestand. Das heißt:
1) Planungssicherheit für die Überführung der Fahrzeuge von Hermanstad nach Bethlehem, weil wir die Dienste von Transnet dafür nicht benötigen, sondern nur eine freie Trasse.
2) Planbare Kosten weit vor der Reise.
3) Da es sich um ein privates Unternehmen handelt, sind wir nicht von politischen Querelen betroffen.
Darüber hinaus können wir
4) Bloemfontein komplett umgehen und müssen nicht in deren administrativen Bereich fahren und haben wir
5) Zugriff auf eine ausreichende Anzahl von Güter- wie auch Langstrecken-Personenwagen, mit denen sich alle Zugarten nachbilden lassen
6) Zugriff auf 3 Wassertankwagen
7) ein Team, das zwei Wassertürme wieder betriebsfähig herrichten wird, so dass wir in kurzer Zeit viel Wasser nehmen können.

15CA auf dieser Strecke? Ja, auch, aber vor der Zeit, als die meisten Fotografen dort auftauchten. 15CA und 15CB von Bloemfontein sind bis ca. 1960 auf dieser Strecke gefahren. In den letzten Jahren des Dampfbetriebes sah diese Strecke nur noch die Klassen 15F, 19D, 24 und 25NC, wobei die 15F und vor allem die 25NC die Hauptlast des Verkehrs auf der Strecke trugen.
Nachdem wir die Strecke 2024 auf eigene Kosten wieder für die Nutzung haben herrichten lassen, verkehrten 2025 einige Umleiterzüge über diese Strecke. Damit ist sie jetzt in besserem Zustand als zuvor.
Wer mit den in den oben glasklar kommunizierten Risiken nicht umgehen mag, bleibe bitte zuhause und schaue sich hinterher die Berichte an. Ich brauche weder jemanden, der mir den Preis rückwärts vorliest und meint, dass dieser wie seit 25 Jahren schon bei jeder anderen Reise auch überhöht sei und es alle anderen deutlich billiger könnten noch Leute, die genau wissen, wie man es hätte richtig organisieren müssen, damit es besser bzw. überhaupt funktioniert. Wer aber mitkommen möchte, um ein paar großartige Dampf-Fotos in ebensolcher Landschaft einfangen möchte und dabei das Risiko in Kauf nimmt, dass eine 80 Jahre und eine 96 Jahre alte Lokomotive auch mal ein Problem haben kann, ist hiermit herzlich eingeladen.

Die wichtigsten Zeiten der Reise sind:
Sonnenauf- und Untergang (Ficksburg) 15.09.: 06:06 18:01 Uhr
Unsere Züge werden teilweise keine Personenwagen mitführen, und wir werden mit Bus und zu Fuß zu den Fotostellen gelangen. Es ist auf jeden Fall ratsam, seine Kleidung dem Einsatz auf der Eisenbahn anzupassen, also keine weißen Sachen oder intensive Farben zu tragen. Gedeckte, dunkle Farben sind angemessen, denn wenn man zufällig einmal im Bild eines anderen stehen sollte, dann verursacht dunkelbraun oder schwarz kaum fotografische Kopfschmerzen, eine knallrote Jacke oder gar eine orange Warnweste jedoch schon. Beim Packen sollte man auf leichtes Gepäck achten. Wir werden keine Gepäckträger anheuern, man muss also sein Gepäck selbst zum Bus tragen können.

Wir zielen ganz besonders auf das frühe Morgenlicht und das späte Nachmittagslicht. Deswegen werden wir üblicherweise vor Sonnenaufgang aufstehen. Halbpension ist im Reisepreis mit eingeschlossen, was aber nicht heißt, dass es zu festen Uhrzeiten etwas zu Essen gibt. Wir fahren nach Afrika, um einige besonders schöne Aufnahmen von authentisch aussehenden Zügen mit nach Hause zu nehmen und nicht, um gegen neun Uhr ein Fünf-Sterne-Frühstück zu genießen. Das Frühstück kann abgepackt gereicht werden, während wir normalerweise ausreichend Zeit für ein ordentliches Abendessen haben werden. Je nach Möglichkeit werden wir dann ein Buffet anbieten.
Unsere Hotels haben unterschiedliche Standards, meist im Bereich von drei Sternen. In kleineren Orten müssen wir die Gruppe auf verschiedene Unterkünfte aufteilen. Aber alle Unterkünfte sind sauber und haben eine warme Dusche. Die Zahl von Einzelzimmern ist beschränkt.
Die Temperatur kann am Morgen knapp über dem Gefrierpunkt liegen, während sie an Nachmittagen durchaus 20 Grad überschreiten kann. Obwohl wir natürlich auf sonniges Wetter hoffen, kann es auch regnen, in Extremfällen sogar schneien. Deswegen gehören neben festen Schuhen auch eine Regenjacke, ein Pullover, eine (Schirm-) Mütze und Sonnecreme ins Gepäck.

Die allermeisten Fotostellen, die wir aufsuchen, haben seit Jahrzehnten keine Fotografen mehr gesehen. Deswegen dürfte die Vegetation mancherorts ein Problem darstellen ein temporäres. Denn wenn alle mithelfen, lässt sich auch hohes Gras in wenigen Minuten einkürzen. Wenn sich allerdings jeder hastig an den angeblich „einzigen optimalen“ Fotostandpunkt begibt und dort verharrt, bis der einzige, der Gras vor den Schienen beseitigt, fertig ist, dann kann das durchaus 20 Minuten dauern Zeit, die uns für andere Fotostellen dann einfach fehlt. Südafrika ist ein riesiges Land, es gibt Platz für alle, um ein wunderbares Fotos zu machen, deswegen die Bitte: erst das Fotomotiv analog bearbeiten, dann zur Fotostelle gehen. Desto mehr mithelfen, desto mehr gute Aufnahmen werden wir alle bekommen. Der Zug wird nicht eher fahren, ehe alle Fotografen, ganz besonders diejenigen, die aktiv an der Grasbeseitigung mitwirken, ihre Fotoposition eingenommen haben. Es ist eine Gruppenveranstaltung, deswegen sollte jeder darauf bedacht sein, dass auch sein Nebenmann zu guten Ergebnissen kommt.
Die Stromversorgung mit 230 Volt/50 Hz ist sicher, aber man benötigt in vielen Fällen einen Adapter. Neben den zweipoligen Steckern Typ N nutzt Südafrika ein dreipoliges System Typ D und insbesondere M, welches die meisten Universaladapter nicht im Angebot haben. Hier sind Bilder des Steckdosen/Stecker-Systems in Südafrika zu finden: https://www.power-plugs-sockets.com/south-africa/

Die Regionen, die wir bereisen, gelten als malariafrei. Es sind keine speziellen Impfungen erforderlich (außer gegen Gelbfieber sofern man zuvor ein Gelbfieber-Gebiet besucht hat). Auch eine Impfung gegen Covid-19 ist nicht mehr nachzuweisen. Wenn man nach der Eisenbahnreise einen der Nationalparks besuchen möchte (eine dringende Empfehlung!), auch den Krügerpark, dann sollte man sich um Malaria-Prophylaxe kümmern. 90 % aller Malariafälle in Südafrika kommen von der gefährlichen Malaria Tropica. Wer spezielle Medikamente benötigt, sollte diese in ausreichender Menge mitführen, denn abseits der großen Städte sind diese kaum oder nicht erhältlich. Die beste Vorsorge ist allerdings, sich nicht stechen zu lassen, also: lange Kleidung tragen und nachts ein Mückennetz benutzen.
Für die meisten Nationalitäten ist kein Visum erforderlich. Das gilt aber nicht für alle, weswegen man sich bei der Botschaft erkundigen sollte.
Man benötigt etwas lokales Geld (Rand) auf der Reise für Getränke und private Erwerbungen. Die Trinkgelder können in Euro gezahlt werden.
Auf dem Land ist man in Südafrika meist genauso sicher unterwegs, wie in Zentraleuropa. Die Großstädte einschließlich Johannesburg sind allerdings partiell gefährlich und die Kriminalitätsrate erschreckend hoch. Einige Stadtviertel sollte man selbst bei Tage meiden. Der beste Schutz gegen Kriminalität ist, sich in einer Gruppe zu bewegen und seine teure Fotoausrüstung oder andere Gegenstände von Wert nicht herumzuzeigen.

Wir fahren pünktlich vom Flughafen in Johannesburg ab. Wer es gerne sicherer hat, fliege bitte einen Tag früher. Ein Hotel in Johannesburg werden wir für die früher Ankommenden organisieren.
Bitte beachten Sie, dass, obwohl Südafrika ein entwickeltes Land ist (bzw. war), Hotels, Busse, Züge, eigentlich alles, was uns begegnen wird, keinesfalls EU-konform sind. Es sei ausdrücklich auf die Gefahren hingewiesen, die durch die Benutzung und den Aufenthalt in der Nähe der Eisenbahnen oder im Straßenverkehr entstehen können. Benutzen Sie immer Ihren gesunden Menschenverstand, z. B. wenn Sie Straßen und Bahngleise überqueren. Der Abschluss einer Auslands-Unfallversicherung und der ohnehin wichtigen Auslandskrankenversicherung wird empfohlen. Weder die Staatsbahn, die beteiligten Eisenbahnen, der örtliche Veranstalter noch FarRail Tours haften in irgendeinem Fall für Unfälle jeglicher Art, Schäden, Verluste oder Unannehmlichkeiten, Mehrkosten etc., die z. B. aus notwendigen Umbuchungen oder Verspätungen einzelner Verkehrsträger entstehen können. Der Abschluss einer Reiskostenrücktrittsversicherung wird ebenso empfohlen.

| Südafrika | ||
| Kapspurdampf nach Bethlehem | 35 bis 60 Teilnehmer | 4.210 Euro |
| 12.09.2026 22.09.2026 | Einzelzimmerzuschlag | 430 Euro |
| Anmeldeschluss: 01.05.2026 | ||
Im Preis enthalten
Nicht eingeschlossen sind