
Die wirtschaftliche Situation der Kohleminen in Tuzla ist so angespannt, dass seit vielen Jahren nicht einmal der Kauf von gebrauchten Dieselloks in Frage kommt und man die Dampflokomotiven weiterhin am Leben erhält. Im Winter 2023 waren die Minen der Kreka-Verwaltung gänzlich außer Betrieb, weil man die Löhne für Dezember noch nicht ausgezahlt hatte. Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass man auch noch im Jahr 2024 Kriegslokomotiven, die einst nur bis zum Endsieg halten sollten, im täglichen Einsatz erleben kann. Der Einsatzbereich ist allerdings stark limitiert: die Lokomotiven rangieren nur im Minenbereich, die Übergabezüge sind fest in der Hand von Staatsbahndieselloks.
Wir besuchen die letzten nicht touristisch eingesetzten Dampflokomotiven, also den letzten echten Plandampf Europas. Da aber die Rangiereinsätze alleine fotografisch nicht so ergiebig sind, haben wir eine ganze Reihe von Sonderzügen gechartert, mit denen wir die Lokomotiven auf die schönen Strecken in der Umgebung führen. Neben fotografisch hoch interessanten Bergbaukulissen werden wir auch offene und schöne Landschaften und seit Jahrzehnten kaum veränderte Bahnhöfe erleben.

Die Reise beginnt und endet auf dem Flughafen von Sarajevo. Man kann auch mit Wizzair von vielen Städten aus direkt nach Tuzla fliegen und dann mit einem Taxi zum Hotel fahren. Der Anreisetag ist der 18.10.2024, wo man bis spätestens 14.30 Uhr eintreffen sollte, der Abreisetag der 23.10.2024, wobei man Flüge ab 14 Uhr buchen kann.

Wir besuchen die folgenden Orte mit Planbetrieb:
Folgende Sonderzüge mit Dampfbespannung sind mit der Reihe 33 (DR-Baureihe 52) geplant:

Wir fahren ausschließlich Güterzüge als Sonderzüge. Die Mitfahrt ist in einem Gbs (zweiachsiger, gedeckter Güterwagen) geplant. Wir haben eine kleine Leiter als Einstieghilfe mit. Im Wagen sollten einige Bänke stehen.
Tuzla ist Sitz der Verwaltung des Kreka Kohlekraftwerkes und der dazu gehörigen Kohleminen. Das Depot für alle Maschinen, die in den Minen eingesetzt werden, befindet sich in Bukinje. Hier werden wir auf die letzten 1’E-Kriegslokomotiven der DR-Baureihe 52, der jugoslawischen 33er treffen. Daneben gibt es auch einige 62er, für die man allerdings keine Verwendung mehr hat. Die 33er werden noch in den Kohleminen in Dubrave und Šikulje zum Rangieren eingesetzt. Die umliegenden Strecken führen durch das Bergland und bieten etliche Motive. Wir werden sowohl die umliegenden Strecken mit Sonderzügen (Güterzüge) befahren als auch die Lokomotiven in ihren derzeitigen Einsatzorten besuchen. Wir haben auch Nachtaufnahmen geplant.


Die Hauptwerkstatt In Bukinje werden wir ebenfalls besuchen. Hier werden Hauptuntersuchungen an Dampflokomotiven in Eigenregie durchgeführt. Inwieweit sich eine Maschine zu einer solchen Revision im Werk befindet, lässt sich schwer abschätzen. Die Chancen stehen jedoch nicht schlecht, da eine Hauptuntersuchung immer viele Monate in Anspruch nimmt. Denn die Personaldecke in der Werkstatt ist sehr dünn.

In Banovići kann unter Umständen eine der beiden betriebsfähigen Normalspurlokomotiven im Einsatz stehen, wenn wir vor Ort sind. Meist rangiert man mit einer Diesellokomotive, aber bei erhöhtem Rangieraufkommen oder bei Ausfall der Diesellok greift man noch immer auf die Dampftraktion zurück.
Im Anschluss an das Programm soll bei entsprechender Beteiligung auf private Initiative in Banovići noch ein Sonderzug in Form eines Arbeitszuges auf der Schmalspurbahn fahren. Wer daran interessiert ist, teile das bitte bei seiner Anmeldung mit.

Bosnien-Herzegowina ist ein zivilisiertes Land mit einer gastfreundlichen Bevölkerung und einer schwierigen Geschichte. Sicher ist die Mentalität der Bewohner anders, wir fahren eben auf den Balkan mit einem völlig anderen geschichtlichen Hintergrund als Mitteleuropa ihn hat. Zudem spielt Alkohol auch in muslimisch geprägten Landesteilen oft eine erhebliche Rolle. Aber das ist alles völlig harmlos, im Dienst trinken die Eisenbahner sowieso (meist) nur Kaffee.

Das Fotografieren von Bahnanlagen und -fahrzeugen wird vielerorts noch immer mit Skepsis gesehen. Wir müssen daher für jeden Ort eine Genehmigung beantragen. Sobald man mit einer offiziellen Genehmigung auftaucht, öffnen sich meist alle Tore und Türen und man ist herzlich willkommen, darf überall fotografieren und es wird auch einmal eine Rangierfahrt extra eingelegt.
Bosnien-Herzegowina ist nach dem Bürgerkrieg ethnisch geteilt. Der Grenze zur Republik Srpska werden wir dabei kaum gewahr, es gibt keine Kontrollen oder andere Auffälligkeiten. Die Hotels lassen mancherorts Wünsche offen. Der Tourismus ist nach Krieg und Teilung des Landes noch nicht wieder richtig in Gang gekommen, und so sind Investitionen in die touristische Infrastruktur in den Kohlebergbaugebieten nicht auf der Prioritätenliste zu finden. Die Versorgung ist aber sehr reichlich und gut. Freunde vegetarischen Essens werden allerdings nicht auf ihre Kosten kommen, Fleisch in allen Variationen gehört zu fast jedem Essen.

Für die Einreise ist für Bürger aus Schengen-Staaten und der Schweiz nur der Personalausweis erforderlich. Wir raten aber dennoch unbedingt zu einem Reisepass, denn für die Beschaffung der Genehmigungen bei den Kohleminen brauchten wir in der Vergangenheit vereinzelt die Reisepassnummer.
Reisebusse haben wie auf allen unseren Reisen den lokalen Standard aufzuweisen, der sich von mitteleuropäischen Vorstellungen unterscheiden kann. Allerdings sind gewisse Standards natürlich auch in Bosnien vorhanden.
Die Reisezeit bringt es mit sich, dass wir neben sonnigen Tagen auch Regen einkalkulieren sollten. Bitte richten Sie ihre Kleidung auf ein Spektrum von strahlend blauem Himmel bis Regen und Temperaturen im Bereich von Null bis plus 25 Grad Celsius ein. Wir werden an mehreren Orten Stativ und Fernauslöser benötigen, um stimmungsvolle Nachtaufnahmen einzufangen.

Die Reise ist speziell für Foto- und Videografen konzipiert, denen ein gutes Bild wichtiger als ein opulentes Mahl in der 50 km vom Einsatzort entfernten Spitzengaststätte ist. Wir haben mit Halbpension geplant; für Mittagessen werden wir kaum Zeit haben.
Wenn wir den planmäßigen Betrieb besuchen ergeben sich manchmal längere Wartezeiten bis eine Rangierbewegung stattfindet. Die Loks stehen viel mehr, als dass sie sich bewegen. Allerdings können wir immer etwas nachhelfen. Man wird uns wahrscheinlich eine Lokomotive für die Sonderzüge zur Verfügung stellen, die wir nicht jeden Tag tauschen können. Der technische Zustand der Maschinen ist unterschiedlich, und man tendiert dazu, uns das beste Pferd im Stall zu geben. Einen finanziellen Ausgleich für nicht fahrende Dampflokomotiven kann es nicht geben. Wir befinden uns im Zeitalter der aussterbenden Dampftraktion, das Risiko eines Totalausfalls von Dampfleistungen an dem einen oder anderen Tag ist nicht in den Reisepreis einpreisbar. Aber es ist natürlich nicht unsere erste Fahrt auf den Balkan, und bislang hat es sich immer sehr gelohnt. Risikofrei geht es eben nur zuhause hinter dem Ofen zu. Nur ist das nicht halb so spannend!
Bitte beachten Sie, dass die Hotels, Busse und auch die Züge nicht EU-konform sein müssen. Deshalb reisen wir ja gerade dorthin. Wir werden in ein Land reisen, in dem Umwelt- und Unfallsschutz noch unterentwickelt sind. Es sei ausdrücklich auf die Gefahren hingewiesen, die durch die Benutzung und den Aufenthalt in der Nähe der Eisenbahnen und anderen Verkehrsmitteln entstehen können. Der Abschluss einer Auslands-Unfallversicherung und der ohnehin wichtigen Auslandskrankenversicherung wird empfohlen. Weder die Kreka Minengesellschaft, Die Minenverwaltung Banovići, der örtliche Veranstalter noch FarRail Tours haften für Unfälle, Beschädigungen, Nachteile aus Verspätungen etc.

| Bosnien-Herzegowina | ||
| 80 Jahre und kein Ende? Kriegsloks in Bosnien | 25 bis 35 Teilnehmer | 2.990 Euro |
| 18.10.2024 23.10.2024 | 15 bis 24 Teilnehmer | 3.340 Euro |
| Einzelzimmerzuschlag | 170 Euro | |
| Anmeldeschluss: 24.07.2024 | ||
Der Preis umfasst:
Nicht enthalten sind: