Reisebericht China Herbst 2002, Teil 2

Bericht der Erkundungsreise Mitte November 2002 nebst den Ergebnissen der FarRail Reise im Oktober 2002

Dieser Bericht besteht aus zwei Teilen

Last light for last QJs in Shangdian, 7.10.2002


Überblick


Autonome Provinz der Inneren Mongolei

Yuanbaoshan Kohlebahn (FarRail Oktober 2002)

JS 8249 and 8250 in Yuanbaoshan, 6.10.2002Yuanbaoshan liegt ca. 25 km südöstlich von Chifeng. Die Kohleminengesellschaft betreibt eine eigene Bahn, die ausschließlich ihre neun JS verwendet. Versorgt wird hauptsächlich ein Kraftwerk südlich von Yuanbaoshan, welches über eigene Diesellokomotiven verfügt und die Züge vom Bahnhof Yuanbaoshan Xi selbst abholt. Die Strecke hat Anschluss an die Staatsbahn in Anqinggou und in Yuanbaoshan (Staatsbahn). Neben der Strecke Majiawan - Yuanbaoshan Xi - Fengshuigou - Anqinggou gibt es eine Stichstrecke in nördliche Richtung nach Xuangan mit mehreren Abzweigen zu den Kohlezechen (in Erjing, Sanjing und Sijing, also Mine Nummer zwei, drei und vier) und einer Zementfabrik. Depot und Hauptstellwerk befinden sich in Yuanbaoshan Xi. Hier kann man sich ab etwa 6.30 Uhr mit Informationen über die Zugleistungen des Tages versorgen. Dies stellt sich jedoch meist sehr schwierig dar, denn das Kraftwerk bestimmt, wann neue Kohle benötigt wird und der Fahrdienstleiter von Yuanbaoshan Xi legt danach in Abstimmung mit den Kohleminen fest, von welcher Mine wie viele Wagen mit Kohle abgeholt werden. Dies kann sehr kurzfristig erfolgen und unterliegt zudem laufenden Änderungen.

Auf der Strecke Yuanbaoshan Xi - Fengshuigou fährt ein GmP-Paar, welches die einzige sichere Zugleistung auf dem System darstellt. Abfahrt in Yuanbaoshan ist um 7.00 Uhr, Rückkehr in Yuanbaoshan Xi ist gegen 10.45 Uhr. Die große Brücke bei Gongyezhan (wo früher das Gleis in den Tagebau abzweigte) ist das einzig nennenswerte Motiv in diesem Abschnitt. Auf der Strecke nach Majiawan gibt es bessere Fotomöglichkeiten mit Bergen im Hintergrund, dennoch kann das System nicht mit phantastischen Motiven aufwarten.

Das ganze Gebiet hat Probleme mit der Absenkung des Grundwasserspiegels durch den Kohleabbau. Aus diesem Grunde musste der Tagebau bereits geschlossen werden. Die Mine in Xuangan wurde nie zu ihrer konzipierten Leistung ausgebaut, somit ist auch (ein von deutschen Ingenieuren bei der Erschließung des Gebietes) geplantes Förderbandsystem zum Kraftwerk nie fertig gestellt worden.

Der Minengesellschaft geht es wirtschaftlich nicht besonders gut, trotzdem sind die Lokomotiven und Bahnanlagen hervorragend gepflegt.

Auf der Minenbahn gibt es keine Schwierigkeiten beim Fotografieren, in den Staatsbahnhöfen jedoch wird man von der Polizei vom Fotografieren abgehalten.

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JiTong Bahngesellschaft (FarRail Reise Oktober 2002)

25 Sekunden vor dem Sonnenuntergang nähert sich Zug 22840 Daban, 9.10.2002

Man hat weitere Lokomotiven aus dem Bestand der Staatsbahn für einen Stückpreis von 100.000 Yuan gekauft und aufarbeiten lassen, obwohl noch im April 2002 davon gesprochen wurde, dass weitere "Neu"erwerbungen nicht geplant seien. Trotzdem hat dieser Kauf keinen Einfluss auf die noch ausstehende Entscheidung zur Verdieselung der Bahn, die jederzeit erfolgen kann. Im Spätherbst 2002 wurden zwei neue Dieselloks erworben, böse Vorzeichen ...

Die Jingpeng Fotopass-Mafia ist weiterhin aktiv, behelligt individuell Reisende aber nur noch selten. Dafür übt sie massiven psychologischen Druck auf chinesische Reiseleiter von Gruppen aus. Die Tatsache jedoch, dass auch diese den Preis verhandeln können zeigt in aller Deutlichkeit, dass es sich bei den von "Kechi Travel" eingetriebenen Geldern keinesfalls um offiziell erhobene Gebühren handeln kann. Daher noch einmal die Aufforderung an alle Leser, die zum Jingpeng-Pass reisen, diesen Bütteln der Korruption keinen einzigen Yuan zu geben Sie haben keine offizielle Handhabe, ihre Forderungen auch durchzusetzen, selbst wenn sie gedungene Polizisten mitbringen (was kaum vorkommen dürfte).

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Zhun Dong Railway (Entdeckungsreise November 2002)

Dampf über der Schlucht (QJ 6565 und 6563), 500 Meter vor dem Scheiteltunnel 1, 22.11.2002

Zhungeer liegt 120 km südlich von Hohhot, der Hauptstadt der inneren Mongolei.

Mit Geldern aus dem Kuwait Fund wurde eine Verlängerung der Strecke Datong - Zhungeer von 1998 bis 2000 erbaut. Die Bahn führt über 72 km von Zhungeer nach Xiyingzi. Die Kilometrierung der Strecke beginnt in Zhoujiawan, drei Kilometer vor dem eigentlichen Ausgangsbahnhof Xuejiawanfangmie, wo sich auch das Depot befindet. Die Bahn fährt die von Elloks der West Railway Co. gebrachten Leerzüge zu den Kohleverladestellen in Xiyingzi. Die langen Züge müssen dazu in zwei bis drei Teile zerlegt werden und sind meist mit zwei QJ bespannt. Die Maschinen sind alles alte Bekannte von Dongsheng an der Strecke Baotou - Dongsheng - Shenmu, die bis Anfang 2002 selbst mit Dampflokomotiven betrieben wurde: QJ 6563, 6565, 6573, 6613, 6759, 6907, 6946, 7054, 7067 im Einsatz sowie QJ 6555, 6827, 6944, 6995 abgestellt.

Die Drehscheibe im Depot in Xuejiawanfangmie

Die Strecke ist durch topografisch schwieriges Lössgebirge gebaut, besitzt zwei Scheiteltunnel und 29 Brücken. Es verkehren zwischen fünf und 15 Zugpaare täglich. Hat man Pech, gibt es nur Züge bei Dunkelheit, hat man Glück, kann man die Fotostellen kaum so schnell wechseln, wie die Züge folgen. An zwei Tagen im November wurden dem Autor lediglich zwei Leerfahrten und eine Zugfahrt bei Tageslicht zuteil. Die Strecke eignet sich also nicht für Eisenbahnfreunde die immer noch glauben, eine Zugfolge á la Zhongwei sei auch heute noch normal. Für das Erreichen der guten Fotostellen bieten sich teilweise die noch vorhandenen Baustraßen an. Allerdings sind diese nur mit einem Jeep oder einem sehr guten Taxifahrer mit Minibus befahrbar. Sonst bleibt nur, zu laufen.

Zhungeer - Streckenübersicht

Zhungeer map

Die Strecke ist Teil eines größeren Verkehrsprojektes. Geplant sind die Strecken Zhungeer - Dongsheng und Zhungeer - Huhehaote (Hohhot). Während für die Strecke Xiyingzi - Dongsheng derzeit keine Realisierungspläne existieren, gibt es für die Strecke nach Huhehaote durch die bevorstehende Inbetriebnahme eines neuen Kohlekraftwerkes dringenden Bedarf. Im Jahre 2003 sollen die Bauarbeiten beginnen. Die ganz große Aufgabe besteht jedoch im geplanten Bau der durchgehenden Verbindung Datong - Zhungeer - Xiyingzi - Dongsheng - Wuhai. Neben der vor der Vollendung stehenden Nord-Südverbindung Baotou - Dongsheng - Shenmu - Xi'an wäre damit das bislang riesige eisenbahnlose Areal in der Inneren Mongolei erschlossen.

Hier die offizielle Karte:

ZhunDong rly. official map

Eine bessere Ausgabe dieser Karte (keine gute - ich habe selbst keine gute; ca. 12 MB tiff-Dokument auf CD) kann bestellt werden durch die Einsendung von 5,00 Euro an FarRail Tours, Bernd Seiler, E.-Weinert.Str. 46, 10439 Berlin, Germany.

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Wuhai Xi - Jilantai (Entdeckungsreise November 2002)

Ein Kühlzug in der Wüste. Der morgendliche GmP verlässt Jilantai am 19.11.2002.

Es gibt einige positive Überraschungen. Dazu zählt die Meldung, dass auf der letzten Staatsbahn-Dampfstrecke von Wuhai Xi in die Wüste nach Jilantai (Jartai) (Provinz Innere Mongolei) noch immer vier QJ im Streckendienst und ca. fünf JS im Übergabe- und Rangierdienst eingesetzt werden. Neben dem GmP, der im Gegensatz zu sonstigen Statsbahnzügen durchaus auch eine Stunde Verspätung haben kann, verkehren 2 bis 3 Zugpaare täglich auf dieser abgelegenen, 128 km langen Strecke zum (trockenen) Salzsee in Jilantai. Die Planzeiten des Güterzuges mit Personenbeförderung sind: Wuhai Xi - 19.20 - 47091 - 23.46 - Jilantai - 07.30 - 47092 - 12.14 - Wuhai Xi. Der volle Fahrplan steht weiter unten.

Der Lokbestand umfasst neben den Streckenloks QJ 7053, 7056, 7057 und 7065 auch 4 oder 5 JS für Rangier- und Übergabedienste in Jilantai (November 2002: JS 8266) und rund um Wuhai/Wuhai Xi. Streckenmotive sind vor allem die Sanddünen und die große Brücke Qinnianqiao mit den dortigen Bergen. Man muss nicht unbedingt ein Liebhaber von Betonmasten und Energieleitungen parallel zur Bahn sein, aber dies erleichtert die Motivauswahl ganz erheblich ... Wann genau diese Strecke verdieselt wird, war nicht zu eruieren, jedoch soll es erst nach dem Winter 2002/2003 passieren.

Unten stehend die beste Landkarte, die ich je auftreiben konnte. Leider ist der nördliche Abschnitt nicht auf der Karte enthalten. Die gestrichelten Linien sind entweder Wadis oder Fahrwege, die mit gewöhnlichen Straßenfahrzeugen nicht befahrbar sind. Erforderlich sind entweder wüstentaugliche Jeeps, Lkw mit Zwillingsreifen oder Kettenfahrzeuge.

map Wuahi Xi - Benjing

Der Fahrplan der Strecke:

Bahnhof
km
47093
47095
47097
47091
Wuhai Xi
0,00
.
.
.
19.20
Heishatu
44,48
02.58
11.03
18.08
20.39/20.44
Benjing
85,43
03.53/04.13
11.58/12.18
19.03/19.23
21.58/22.18
Jilantai
128,05
05.26
13.31
20.36
23.46
station
km
47094
47092
47096
47098
Jilantai
128,05
23.50
07.30
10.30
17.35
Benjing
85,43
01.29/01.49
09.04/09.24
12.07/12.27
19.12/19.32
Heishatu
44,48
02.43
10.24/10.35
13.21
20.26
Wuhai Xi
0,00
.
12.14
.
.

sketch map Benjing

zwischen Jilantai und Benjing (km94), Foto: Klaus Wesser

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Ningxia Provinz

Da Gu Railway (Entdeckungsreise November 2002)

Qj 2869 hinter Lingwu am 17.11.2002

Eine bislang völlig unbekannte Strecke mit QJ-Betrieb ist die Strecke Daba - Guyaozi (50 km südöstlich von Yinchuan) (- Lingxingkuang) in der Ningxia Provinz. Die Strecke ist rund 70 km lang und versorgt ein Kraftwerk in Daba mit Kohle aus der Mine Lingxingkuang. Weiterhin werden Ölprodukte von Guyaozi abgefahren. Der Anschluss (14 km) zu einer weiteren Kohlemine befinet sich gerade im Bau.

Das Depot befindet sich in Guyaozizhan und beherbergt QJ 1465, 2869, 2690 (mit kurzem Tender), 6545, 7036, 7061, 7194 und 7205. Die zu den letztgebauten QJ gehörenden 7061, 7194 und 7205 haben alle eine Hauptuntersuchung zwischen September und Oktober 2002 erhalten. Die Chancen auf Dampfbetrieb bis 2005 stehen also gut.

Es verkehren etwa vier Zugpaare täglich, davon die Hälfte bei Licht. Die Strecke führt von Daba aus durch das Schwemmland des Gelben Flusses, überquert diesen sodann auf einer langen Brücke (Huanghetedaqiao) und erklimmt hinter Lingwu die Berge. Dabei werden wüstenartige Abschnitte durchfahren. Teilweise sind die Sanddünen dicht an der Trasse. Die fotografische Umsetzung erfordert einige Laufarbeit, für den "Fenster-Herunterkurbel-Fotografen" ist die Strecke eher unergiebig. Auf dem Abschnitt Guyaozi zur Kohlemine Lingxingkuang werden die Leerzüge geschoben.

Schiebeleistung zur Kohlemine
Die letzten zwei Kilometer zur Kohlemine wird der Zug geschoben.
Brücke über den Gelben Fluss
QJ 2869 überquert die Brücke über den Gelben Fluss. Die Aufnahme entstand von der Straßenbrücke aus. 17.11.2002
Bahnhof Guyaozi Depot Guyaozizhan
QJ 1465 ist in Guyaozizhan angekommen. 17.11.2002
QJ 2690 nimmt im Depot in Guyaozi Wasser. 17.11.2002

Landkarte der DaGu Bahngesellschaft und von Qingtongxia

Eine weitere Bahn bislang ohne ausführlichen Bericht findet sich in Qintongxia, ca. 80 km südlich Yinchuan. Die Strecke überquert ebenfalls den Gelben Fluss und soll danach noch rund 70 km Richtung Osten führen. Auf den besten verfügbaren Landkarten ist diese Strecke nur bis kurz hinter den Gelben Fluss eingetragen. Das Depot soll sich neben der Hauptstrecke Baotou - Lanzhou befinden und QJ beherbergen.

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Liaoning Provinz

Stahlwerk Benxi (FarRail Reise Oktober 2002)

SY 735 in Benxi, 4.10.2002

Mit 40.000 Beschäftigten ist Benxi knapp halb so groß wie das benachbarte Anshan. Das Stahlwerk südöstlich von Shenyang besitzt 32 Dampflokomotiven der Klasse SY, ca. 20 Diesellokomotiven und über 40 Elloks, von denen die meisten im LEW Hennigsdorf gefertigt wurden. Die Dampflokomotiven bedienen hauptsächlich das Stahlwerk selbst, die Elloks die Gruben und die Dieselloks die Verbindungen zur Staatsbahn sowie die weiter entfernt liegenden Schlackenhalden. Neben den Einsatzmaschinen gibt es einige Lokomotiven, die museal erhalten werden. Dazu zählen eine Dampfspeicherlokomotive (Nr. 5 aus dem jetzt eigenständigen Chemiewerk, dort selbst steht noch Nr. 9 abgestellt), die 1'C1' PL2 50 sowie die C-Tenderlok XK 28. Alle Lokomotiven haben ein stahlwerkseigenes Nummernsystem, wobei die SY mit 701 bis 736 eingereiht sind.

Am Besuchstag konnten gesehen werden: SY 702, 705, 709, 710 mit Tender der 707, 711, 713, 714, 715, 716, 717, 719, 724, 725, 726, 729, 730, 731, 732, 734, 735 und 736 alle im Einsatz.

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Landkreis Beijing

Dahuichang (FarRail Reise Oktober 2002)

Dahuichang, C2 1, 5.10.2002

Entgegen früherer Befürchtungen ist die Schließung des Werkes im westlichen Vorort von Beijing vorerst von der Tagesordnung gestrichen. Damit ist die zweigleisige Bahn weiterhin mit ihren C2-Lokomotiven aktiv und eine Reise wert.

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Shanxi Provinz

Yinta - Liuyuantou (- Heqü) (FarRail Oktober 2002)

Ausfahrt aus dem Scheiteltunnel

Weitere Fotos zur Strecke hier.

Die Bahn ist eine der schwierigsten überhaupt, wenn man Zugverkehr erleben möchte. Die Strecke ist für die Versorgung eines Kohlekraftwerkes in Heqü vorgesehen, welches etwa 2005 ans Netz gehen soll. Die Strecke ist derzeit bis etwa 10 Kilometer hinter Liuyuantou (bis zum Bahnhof Huoshan) fertig gestellt. Sie führt durch Lössgebirge am nordwestlichen Rand der Shanxi-Provinz in unmittelbarer Nähe zum Gelben Flusses.

Von Yinta aus geht es gut vier Kilometer bis zum Scheiteltunnel steil bergan, bevor die Strecke ebenso steil abfällt. Während Yinta mit Lichtsignalen ausgestattet ist, haben die Bahnhöfe Goushiya (km 14,5) und Liuyuantou (km 25,5) Formsignale. Zwischen Yinta und Goushiya ist die Landschaft spektakulär und fernab jeder Straße. Der Scheiteltunnel ist rund 2,5 km lang. Man benötigt zum Ablaufen der 5.000 Schwellen etwa 35 Minuten und sollte nach bergwärts fahrenden Zügen mindestens 30 Minuten warten, damit die Luft im Tunnel wieder erträglich wird.

Yinta hat 3 QJ (2651, 6218 und 6220), zwei davon ständig unter Dampf und mit Personal besetzt. Man kann in Yinta fragen, so oft man will, niemand, nicht einmal der Manager der Bahn, wird einem sagen können, wann der nächste Zug fährt. Normalerweise gibt es alle fünf bis sieben Tage Zugverkehr. Die Leerwagen werden von der Shenhua Group Corporation, die die Betriebsrechte auf der Strecke Yinta - Heqü gekauft hat, nicht aber Strecke und Fahrzeuge, mit einer Vormeldezeit von etwa einer Stunde (!) bereit gestellt. Diese Wagen werden dann sofort nach Liuyuantou abgefahren. Und dort mit Radladern vom Kohlelagerplatz aus beladen. Da die normalen Kohlezüge aus 35 bis 60 Wagen bestehen, der steilen Strecke wegen aber nur sieben Wagen von einer QJ bergan gebracht werden können, verkehren an Fahrtagen dann bis zu neun Zugpaare. Die QJ stehen alle mit der Rauchkammer nach Süden, so dass die beladenen Züge alle "richtig herum" bergan fahren. Um einen der raren Tage mit Zugbetrieb zu erwischen, muss man viel Geduld aufbringen, wird durch die herrlichen Motive dann aber auch reichlich belohnt.

Yinta liegt im Sperrgebiet. Eine Ausländer-Reiseerlaubnis (ATP) ist jedoch bei CITS Taiyuan erhältlich. Kontrollen fanden nicht statt, so dass man durchaus auch ohne dieses Permit nach Yinta reisen kann. In Yinta selbst gibt es nur Gästehäuser mit niedrigem Standard, das nächste bekannte Hotel befindet sich in Ningwu an der Staatsbahnstrecke Taiyuan - Linfen. Von dort benötigt man mit einem Bus/Taxi etwa drei Stunden bis Yinta.

Es gibt derzeit keine Pläne, die Dampflokomotiven zu ersetzen, jedoch scheint es ziemlich sicher, dass nach Fertigstellung des Kraftwerkes und Aufnahme eines regelmäßigen Kohleverkehrs die Strecke verdieselt werden wird.

Einen Sonderzug fahren zu lassen ist nahezu aussichtslos. Einerseits liegt dies nicht im Ermessen des Managers, bei der Betreibergesellschaft gibt es keinen zuständigen Ansprechpartner und sowohl die Shenhua Group Co. als auch das örtliche Reisebüro lehnen den Besuch von Ausländern ab. Andererseits besitzt die Bahn neben den Dampflokomotiven lediglich einen Flachwagen mit zwei Wassertanks, der zur Belieferung der Gleisbaustelle mit Wasser benutzt wird. Dies geschieht je nach Baufortschritt etwa zwei, drei Mal im Monat. Dabei wird der Wagen rauchkammerseitig an die Lok gekuppelt und verbleibt dort bei Hin- und Rückfahrt, wird also zurück geschoben. Zu guter Letzt sind die für einen Sonderzug verlangten Preise enorm (10.000 Yuan) und im Vergleich zu den Preisen auf anderen Bahnen keinesfalls gerechtfertigt. Jedenfalls bezahlt man für einen Sonderzug mehr als das Jahresgehalt eines Lokführers in Yinta für eine nur 25 km lange Strecke.

Landkarten der Strecke Yinta - Heqü von der Projektierung bis zur ausgeführten Strecke

Projekt 1996

Projekt 1997

existierende Strecke und Projekt der Verlägerung nach Westen 1999

ausgeführte Strecke, Karte von 2000

ausgeführte Strecke, Karte von 2002

Sancha (FarRail Oktober 2002)

Obwohl die Beendigung des Dampfbetriebes 2000 erfolgte, war beim Besuch im Herbst 2002 immer noch einen QJ mit einem Zug im Bahnhof zu sehen. Von Sancha aus gibt es zwei nicht elektrifizierte Strecken, so dass Forschungsarbeit durchaus Aussicht auf Erfolg haben könnte. Die Landschaft ist die Mühe auf jeden Fall wert.

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