Lebwohl JiTong Dampf

Volle Power - jeden Tag fahren über 25 Dampflokomotiven über die  Strecke Chabuaga - Daban.

Anstatt Landkarten: Satellitenfotos von Chabuga und Daban finden sich hier.

Bestandsaufnahme

Die Situation auf den Abschnitten Baiqi – Haoluku und Daban – Chabuga ist weitgehend unverändert zu meinen letzten Berichten. Die einzige nennenswerte Veränderung ist der Ersatz der Baureihe DF4/ DF4B durch die Baureiche DF4D in Baiqi. Es konnten die Maschinen mit den Nummern DF4D 4173 bis 4179 im Einsatz beobachtet werden.

Geändert hat sich allerdings der Betrieb über den Jingpeng Pass. Auf unserer Reise sahen wir täglich zwischen drei und sieben Dampfzüge über den Pass bei Tageslicht. Dazu kamen jeweils einige gemischte Dampf/Dieselzüge, wobei die Diesellok grundsätzlich die Vorspannlok war. Die Bespannung der Züge richtet sich gewöhnlich nach dem Zuggewicht. Nur bei Zügen bis 1.200 Tonen Zuglast hat Daban freie Hand bei der Entscheidung Dampf oder Diesel. Wenn das Zuggewicht 2.300 Tonnen übersteigt wird gewöhnlich eine Dampf- und eine Diesellok vor den Zug gespannt, über 2.800 Tonnen (bis 3.000 Tonnen) werden grundsätzlich zwei Diesellokomotien verwendet.

Die Erhöhung der Zuggewichte auf der JiTong Strecke wurde notwendig, nachdem die Streckenkapazität mehrfach erreicht wurde. Die Züge zwischen Daban und Chabuga sind ebenfalls schwerer geworden, weshalb man mittlerweile mehr Vorspanleistungen als je zuvor (ca. 60 % aller Züge) beobachten kann. Innerhalb von nur neun Stunden konnten wir 21 Lokomotiven auf dieser Strecke sehen. Wohlgemerkt auf der Strecke, nicht im Depot. Wo sonst gibt es das noch auf der Welt?

Seht, was zu Tale rollt! Eine DF4 am Pass! Vor Liudigou.

Die aktuelle Situation des Dampfbetriebes auf der JiTong Strecke (14. Dezember 2004):

Der Rest ist wie gehabt 100 % Diesel.

Folgende 13 Dampflokomotiven standen in Baiqi im Einsatz: QJ 6982, 6987, 7043, 7052, 7088, 7118, 7136, 7138, 7139, 7140, 7141, 7143 und 7162; QJ 6854 befand sich kalt im Lokschuppen. Abgestellt und fertig zum Verschrotten waren in Baiqi: QJ 6642, 6764, 6790, 6838, 6846, 6855 und 6997. Rangierlok in Baiqi war DF5 5014.

In Daban warten folgende Lokomotiven auf ihre Verschrottung: QJ 6630, 6631, 6632, 6633, 6638, 6729, 6735, 6760, 6773, 6778, 6805, 6808, 6840, 6844, 6876 und zwei weitere, nicht identifizierte QJ 6xxx.

Derr tägliche Ölbomber - bei weitem schwerer als 2.300 Tonnen - kämpft sich nach Yalagaitu empor.

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Die Zukunft spricht Diesel

Das Management der JITong Bahn hat bereits zehn weitere Diesellokomotiven der Klasse DF4B geordert. Diese Maschinen sind für Daban bestimmt. Die Ankunft der ersten Diesellok wird für Mitte Januar erwartet. Alle zehn Maschinen sollen dann im April 2005 in Daban eingetroffen sein. Mit den dann 24 Diesellokomotiven lassen sich etwa 80 bis 100 % aller Züge auf dem Abschnit Daban - Haoluku (über den Pass) bespannen, abhängig von der Zahl der Züge pro Tag. Eine wichtige Beratung zur Fortsetzung der Verdieselung findet am 10. Januar 2005 statt.

Dienstantritt in Haoluku - wie lange noch?

Baiqi erwartet die Vollverdieselung für Mai oder Juni 2005. Die genaue Entscheidung wird aber erst am 10. Januar 2005 oder später gefällt. Das Dilemma der Bahngesellschaft ist, dass man sich mit der Vollverdieselung in die Verlustzone fährt anstatt sehr profitabel zu arbeiten, wie beim Dampfbetrieb. Daher betrachtet man die Verdieselung nur als einen Schritt in Richtung Gesamtverbesserung des Betriebes. Sehr bald wird es wieder Bauarbeiten an den Bahnhöfen geben. Die jetzigen Bahnhofslängen reichen teilweise nicht aus, um Zügen mit 3.000 Tonnen Gewicht ihrer Länge wegen das Kreuzen mit anderen Zügen zu ermöglichen. In Zukunft sollen mehr 3.000 Tonnen Züge über die gesamte Strecke gefahren werden. Damit wird dann die Durchlassfähigkeit der Strecke erhöht, was zu einer höheren Leistung der Bahn insgesamt führen wird. Mehr Güterverkehr auf der Strecke soll dann auch bei Dieseltraktion wieder zu einem Betriebsüberschuss führen. Allerdings, allein damit wird es nicht getan sein - man muss auch über einen Personalabbau nachdenken.

Das darf wieder nicht fehlen: Die Brücke in Reshui im allerletzten Licht des Tages. (1/6 Sekunde, Blende 2,8, Nikon F100, Nikkor 1,8/50, Fuji Chrome Velvia 50)

Der Dampfbetrieb auf dem Abschnitt Daban - Chabuga soll bis Mitte 2005 unangetastet bleiben. Niemand kann derzeit genaue Daten nennen. Das Management hat sich noch nicht auf einen Zeitplan für den Kauf weiterer Diesellokomotiven verständigt. Auch ist unklar, ob man wieder gebrauchte Maschinen von der Staatsbahn kaufen wird. Nur eines ist sicher: Die JiTong Bahngesellschaft wird in kurzer Zeit eine reine Dieselbahn sein. Der kommende Winter 2004/2005 ist im Abschnitt Daban – Haoluku mit Sicherheit der letzte mit Dampftraktion.

Dreamteam
Dreamteam: Ralleyfahrer Li Hong Yi, der aus 88 kW alles herausholen kann und Feldwege wie Furten bezwingt, Zhang Yi Lan, die die Fahrdienstleiter der Strecke mit unseren Anrufen nerft, bis diese endlich Informationen über Bespannung und Verspätung herausrücken und ein QJ-Doppel, dass gerade Haoluku verlässt.

Aus andere Quelle verlautete, dass alle QJ der Nummernreihe 6xxx bis zum 1. Mai 2005 außer Dienst gestellt werden sollen. QJ, die mit 7xxx genummert sind, sollen bis zum 31. Dezember 2005 den Dienst quittieren. Dieses Datum avanciert damit zum letzen Datum, an dem Dampf auf der JiTong Bahn eingesetzt werden wird. Allerdings: Alle Daten sind "weich", Änderungen stehen immer auf der Tagesordnung.

Die selbe Quelle sagte auch, dass die Unterhaltung der älteren DF4/ DF4B sehr kostspielig sei. Dazu kommt, dass die Betriebskosten für eine Diesellok zwei bis dreimal höher sind, als für eine Dampflokomotive. Allerdings sagt man übereinstimmend, das Dampfzeitalter sei definitiv vorbei. Es gibt keine Ausbesserungswerke mehr, die Dampflokomotiven mit angemessener Qualität untersuchen würden. Der Grund, warum man für Daban DF4B anstatt DF4D wie für Baiqi bestellt hat, sind die geringeren Anschaffungskosten der DF4B.

Baiqi entgegen - bei minus 20 Grad Celsius.

Interessant in Zusammenhang mit der Verdieselung der JiTong Strecke ist, dass es seit einigen Monaten eine permanente Dieselknappheit in der Inneren Mongolei gibt. Obwohl man den Preis für Dieselkraftstoff bereits angehoben hat, durfte unser Bus mit einer einzigen Ausnahme an allen Tankstellen nur für jeweils 100 Yuan (ca. 10 Euro) tanken. China hat preisgünstige Kohle in Massen, Arbeitskräfte im Überschuss, aber muss Öl importieren. Möglicherweise war David Wardale mit seinen Ideen zur Verbesserung der Dampflokomotive nicht zu spät für China, sondern zu früh.

In den Bergen vor Lindong

Ein Blick zurück in Wehmut - bei Baomutu.

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Stahlwerk Xuanhua

Das Stahlwerk besitzt 16 SY und mindestens 5 GK1 unterschiedlicher Bauformen. Die Nummern der SY sind:

Und in Yuanbaoshan waren wir auch, obwohl es nicht im Reiseplan stand ...

Yuanbaoshan

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