Das Stahlwerk Xuanhua hat eine interessante Schlackenhalde östlich des Werkes. Der Ort wird als Shuizhan - Wasserstation - bezeichnet. Das liegt daran, dass die Schlacke in ein großes Becken gekippt wird, welches während des Abladens der Schlacke mit Wasser gefüllt wird. Somit vermeidet man die Staubentwicklung, allerdings ist die Dampfentwicklung umso größer. Ein Portalkran baggert die Schlacke dann auf eine Halde oder bereitgestellte Wagen. Interessant ist jedoch nicht unbedingt das Abkippen der Schlacke, wozu die Lokomotive teilweise abgekoppelt wird, sondern das Lösen der Schlacke aus den Wagen. Auf den Schlackehalden vieler Stahlwerke donnert man dazu mit einer Abrissbirne (die u. U. an einem Dampfkran befestigt ist) gegen den Transportwagen. In Xuanhua hingegen wird die Abrissbirne von einem festen Portal aus senkrecht über den Wagen geschwenkt und dann in den Wagen mit der glühenden Schlacke fallen gelassen. Dabei spritzt oft glühendes Metall aus den Wagen. Beim Herausziehen glüht die Abrissbirne dann hellrot und glühende Schlacke sabbert herunter. Es handelt sich bei dieser Prozedur um ein sehr interessantes Schauspiel, besonders in der Dämmerung. Schlackezüge ab zwei Wagen "Länge" kommen etwa stündlich zur Halde hinaus geschoben und fahren Schornstein voran wieder zum Stahlwerk zurück.

Gleich nebenan, beim Bahnhof Meixuanchang, befindet sich eine kleine Einsatzstelle für die vorhandenen SY. Bei unserem kurzen Besuch konnten gesehen werden:
Ende August führte die JiTong Bahn weitere Versuche mit Diesellokomotiven über den Jingpeng Pass durch. Ziel war die Erprobung, in wie weit eine Doppeltraktion aus DF4 einen Zug mit 3.000 Tonnen Last sicher über den Pass zu befördern vermag. Die Tests verliefen insofern erfolgreich, als keine Probleme mit dieser Anhängelast auftraten. Über die Wirtschaftlichkeit dieser Versuche allerdings konnte man keine Auskunft geben. Aber es ist ja hinreichend bekannt, dass der Einsatz einer Diesellok über den Pass bei der derzeitigen Kostenstruktur etwa das Doppelte zweier Dampflokomotiven kostet.

Daban besitzt derzeit vier DF4. Weitere sollen folgen. Niemand kann jedoch verbindlich sagen, wann dies geschehen wird. Die Anschaffung - selbst gebrauchter - Dieselloks ist gegenüber den Erwerb einer hauptuntersuchten QJ so teuer, dass die Entscheidung so lange wie möglich hinausgezögert wird. Da man allerdings nach 20 Betriebsjahren die Dampflokomotiven ausmustert, ist es nur noch eine Frage weniger Monate, bis allein aus diesem Grunde eine Ersatzbeschaffung erforderlich wird.
Auf die Frage nach dem Bau einer Dieseltankstelle in Daban antwortete man, dass man ja derzeit nur vier Dieselloks zu betanken hätte und damit noch kein wirklicher Bedarf für eine Tankstelle bestünde. Derzeit werden die Diesellokomotiven mittels eines Tankwagens betankt, der von einer der örtlichen Tankstellen Dabans den Kraftstoff ins Depot fährt. Die Vorarbeiten für eine Tankstelle sind allerdings schon vor einigen Monaten abgeschlossen worden, man müsste lediglich den Auftrag zum Bau derselben auslösen und hätte wenige Tage später eine stationäre Tankstelle im Depot.

Die vier vorhandenen Dabaner Dieselloks werden derzeit ausschließlich auf der Strecke nach Chabuga eingesetzt. Damit stellt sich die Situation auf den einzelnen Zugförderabschnitten in etwa so dar:
Die Dieseleinsätze fressen sich so langsam in das Zentrum des größten Dampfreservoirs der Erde vor ... Realistische Schätzungen aus Daban gehen davon aus, dass der Abschnitt Daban - Jingpeng - Haoluku etwa ab März 2005 Dampf/Diesel-Mischbetrieb sehen wird und bis Ende 2005 ganz der Dieseltraktion anheim fallen wird. In Baiqi ist man sich nach wie vor sicher, auch noch über das Jahr 2005 hinaus zumindest einige Dampflokomotiven einzusetzen.

Noch nicht im "JiTong Travel Guide" von Hinrich Brümmer zu finden sind einige Angaben zur Strecke außerhalb der bekannten Abschnitte, an denen sich Enthusiasten im Allgemeinen aufzuhalten pflegen. Dazu zählt der sehr fotogene Abschnitt westlich von Dariqiga (zwischen Lindong und Daban. Hier arbeiten sich die Züge in Richtung Westen bergan. Fotomöglichkeiten befinden sich hauptsächlich südlich des Bahnhofes. Die Stecke verlässt den Bahnhof in westlicher Richtung, überquert eine Brücke, dreht sich dann in Richtung Norden, wobei der Ort umfahren wird und schwenkt hernach in einer Linkskurve, die um einen "Fotohügel" herum führt, wieder nach Westen ein. Kurz hinter einem Bahnübergang befindet sich auf dem "Fotohügel" ein wirklich herausragender Standpunkt für Abendlicht. Weiter in Richtung Daban dreht die Strecke wieder nach Süden, bevor sie and der bekannten Brücke in Nähe der Autobahn wieder die Hauptrichtung Westen einschlägt. Der ganze Abschnitt liegt in einer starken Steigung (ca. 6 Promille). Auch auf dem nach Süden ausgerichteten Streckenabschnitt Abschnitt ergeben sich ebenfalls gute Fotomöglichkeiten mit einem größeren Gebirgszug im Hintergrund. Hier noch einmal die Landkarte:

Selten besucht werden die Gebiete westlich von Jingpeng. Viele meinen zwar, nur am Pass selbst (und das auch nur im Winter) böten sich gute Motive. Das ist in etwa so, als würde man sich immer nur im Abschnitt Elsterwerda Dresden aufhalten, obwohl die Gesamtstrecke von Berlin nach Budapest führt (freilich, die JiTong Bahn ist länger und hat teilweise über 100 km lange Abschnitte ohne Wechsel der Landschaft). Westlich von Jingpeng geht es in einer langen Gerade stetig bergan. Die Landschaft wechselt kurz hinter Jingpeng zu einer stark bewachsenen (Birken, Eichen, Gras) Dünenlandschaft. Herausragende Fotomöglichkeiten ergeben sich rund um Haoluku, beginnend ca. 20 km vor Haoluku. Die Ausfahrt Richtung Baiqi liegt in einer langen Geraden, auf der die Lokomotiven hart arbeiten müssen. Rund um den Bahnhof Yalagaitu (hier nehmen die Dampflokomotiven Wasser) befinden sich wiederum fotogene Sanddünen (mit Bewuchs). Die Steigung ist hier gegen ostwärts fahrende Züge gerichtet. Ca. 15 km vor Baiqi geht die Landschaft in grüne Hügel über. Hier entspricht sie am ehesten dem Bild der Inneren Mongolei in der Selbstdarstellung: weite offene Landschaft mit grünen Hügel und blauem Himmel (letzteres kann natürlich wechseln). Fotografisch besonders interessant sind die ersten sechs bis zehn Kilometer hinter Baiqi in Richtung Haoluku. Der Scheitelpunkt der Strecke liegt etwa vier Kilometer östlich von Baiqi. Von beiden Seiten lassen sich herrliche Aufnahmen machen. Der Rest der Strecke in westlicher Richtung nach Benhong hat ebenfalls sehr schöne Abschnitte, doch wer reist schon wegen DF4D-bespannten Zügen dorthin?
Weitere Bilder von dieser Tour gibt es beim ERR (also hier) zu sehen.
