
Übersicht:
Wir sahen drei Neuankömmlinge: eine unbekannte KD, Meterspur-JF51 738 und Schmalspurlok SN 32, die letzten beiden aus der Yunnan-Provinz.

Freitags endet die Nachmittagsschicht für gewöhnlich bereits um 16.00 Uhr. Die Methode des Geldeintreibens wurde mittlerweile verfeinert. Man kassiert nicht mehr im Depot, sondern fährt mit einem Pkw zum Bahnübergang in der Mitte der Strecke und hofft damit auf ein lukrativeres Geschäft. Die Arbeiter und Lokpersonale sind freundlich. Sie haben von den geforderten Geldern nichts. Diese wandern ohne Quittung vermutlich in eine private Tasche.

Im Einsatz standen JS 6243, 6807 und SY 1415. Der Frühzug war am 29.5.2004 verspätet und traf erst gegen 7.20 Uhr in Yangjiazhangzi ein. Auf Grund des großen Frachtaufkommens verkehrte der Mittagszug zweigeteilt: Die erste Hälfte des Zuges (mit Grenzlast) fuhr bereits um 9.50 Uhr ab Yangjiazhangzi bis Sierpu, dann kehrte die Lok als Leerfahrt Tender voran zurück und holte den zweiten Zugteil über die Steigung bei Yetun, der Yangjiazhangzi erst um 12.20 Uhr verließ. Die beiden Zugteile wurden dann in Sierpu zu einem Zug zusammen gestellt. Damit erfolgte die Ankunft in Huludao verspätet gegen 13.30 Uhr. Übrigens lautete die Auskunft in Yangjiazhangzi die Abfahrt des Zuges betreffend 11.00 Uhr. Die Frage wurde um 9.45 gestellt, als die Lokomotive bereits abfahrbereit am Zug stand und wenige Minuten später den Bahnhof verließ. Man kann sich also nicht immer auf die Angaben des Bahnhofspersonals verlassen. Die Auskünfte das Fahrdienstleiters und der Lokpersonale sind hingegen zuverlässig. Planmäßige Abfahrt ist 11.00 Uhr, nur auf Grund des erhöhten Frachtaufkommens kam es zu oben beschriebener Zeitverschiebung. Die Nachmittags-/Abendzüge hatten jeweils ca. eine Stunde Verspätung.

Die
Bahn hat mittlerweile drei Diesellokomotiven im Einsatz, die auch rege genutzt werden. Die Strecke nach Sanjiazi ist mittlerweile vollständig verdieselt, lediglich der Personenzug kann noch mit Dampf gefahren werden. Neben den drei Dieselloks (gesehen wurden BJ 3241, BJ 3248 und eine weitere aus der Ferne, die keine BJ war) wurden am 30.5.2004 noch vier SY eingesetzt. Eine wurde nummernmäßig nicht erfasst, die anderen waren: SY 0973, SY 1017 und SY 1092 (Baujahr 6/1976, dekorierte Rauchkammer).
Der Personenzugumlauf ist gegenüber früheren Veröffentlichungen unverändert.

Gerüchte über eine Verdieselung des Personenzuges im Abschnitt Haoluku - Baiqi haben sich (noch) nicht bewahrheitet. Der Plan ist weiterhin eine Dampfleistung. Neu jedoch ist die Verdieselung des Personenzuges im Abschnitt Baiqi - Benhong. Eine Änderung des Bespannungsplanes ist nahezu ausgeschlossen. Damit sind die Abschnitte Jining Nan - Benhong - Baiqi, Chabuga - Zhelinmu - Tongliao und Sanggendalai - Xilinhaote (Xilinhot) nunmehr vollständig verdieselt.
An der Dieselfront gab es wenige neue Erkenntnisse. Man weiß in Daban schlicht und einfach nicht, wann genau die Ablösung der Dampftraktion auf den verbliebenen drei Zugförderabschnitten beginnen wird. Allerdings, lange kann es damit nicht mehr hin sein. Man hat bereits bei der Regierung angefragt, ob man für ein bis zwei Jahre insgesamt sechs Maschinen der Reihe QJ für Sonderzüge weiterhin vorhalten darf. Eine Entscheidung dazu aus Peking liegt noch nicht vor.

Von den rund 10.000 Beschäftigten der JiTong Bahn arbeiten derzeit 1.116 für das Depot Baiqi mit den zugeordneten Dienststellen Benhong und Xilinhaote. Das Depot Baiqi beheimatet 26 Dampflokomotiven (QJ) und 12 Diesellokomotiven. Die Diesellokomotiven sind je zur Hälfte neu gekauft (DF4D) und gebraucht von der Staatsbahn erworben (DF4B). Die Diesellokbeschaffung soll kontinuierlich weiter gehen und die Dampfloks von Baiqi bis 2006 ablösen. Die Nennung des Jahres 2006 als Dampfende in Baiqi ist neu. Aber Planungen sind dafür da, dass man sie ändert ...
Aus Daban war nun wieder zu vernehmen, dass die Dieseltraktion zuerst im Abschnitt nach Chabuga Einzug halten soll. Wie dem auch sei, das Ende der Dampftraktion nähert sich rapide.
Mit der Einführung des neunen Fahrplanes Mitte April 2004 ist der Personenzug deutlich schneller geworden. Allerdings ist er damit auch unpünktlicher geworden. Nicht, dass die Dampflokomotiven daran Schuld wären, vielmehr holen sie sogar bei Verspätungen noch Fahrzeit auf. Oftmals muss jedoch ein verspäteter Anschluss oder eine fehlerhafte Disposition der Züge dafür verantwortlich gemacht werden. Um bei den kürzeren Fahrzeiten den Fahrplan halten zu können, müsste bei der mittlerweile recht oft erreichten vollen Ausnutzung der Durchlassfähigkeit der Strecke neue Kreuzungsmöglichkeiten geschaffen werden. Bis zu elf Zugpaare bei Tageslicht aus beiden Richtungen stellten einen Rekord dar, an einem Tag waren sogar 17 Züge, allerdings nur aus einer Richtung, im Fahrplan verzeichnet.

Ein Erlebnis am Rande: Nicht im Reiseplan (und auf der Internetseite) veröffentlicht war eine Verlängerung der Juni-Tour in geschlossener Gesellschaft um zwei Tage mit einem Besuch in Baiqi. Wir wollten den dampfbespannten Personenzug vor Lindong fotografieren, ihn dann mit dem Schnellzug (der jetzt nicht mehr A 261/264 sondern K501/504 heißt, aber nach wie vor nicht im Kursbuch der Staatsbahn verzeichnet ist) über Nacht überholen und am nächsten Morgen eine Aufnahme bei Sonnenaufgang vom selben Zug, allerdings zwei Bespannungsabschnitte weiter, machen.
Wir hatten uns für den Abend eine Fotostelle hinter Yamenmiao auserkoren und waren zur Planzeit des Personenzuges anwesend. Was dann allerdings in dessen Fahrplanlage kam, war ein Kesselwagenganzzug.

Daraufhin suchten wir uns eine neue Fotostelle und harrten des Personenzuges. Kurz bevor die Berge ihren Schatten auf die Schienenoberkante zu werfen drohten, kam der Zug dann mit rund 80 Minuten Verspätung vorbei gedonnert.

Auch der Dieseltriebwagen hatte eine Verspätung von 40 Minuten, so dass wir diesen in Daban noch bequem erreichen konnten. Da nun kaum zu erwaten war, dass der Personenzug die gesamte Verspätung aufholen würde können, beschlossen wir, nicht wie geplant bis Baiqi zu fahren, sondern nur bis Sanggendlai. Von diesem Ort heißt es im Internet ja, dass der Bahnhof tiefer als die Strecke liegen würde und zu beiden Seiten eine leichte Steigung existiere. Nun, in Richtung Baiqi jedenfalls verlässt das Streckengleis den Bahnhof in einem Gefälle von einem Promille, dass nach wenigen hundert Metern gar in ein Gefälle von 4 Promille übergeht. Die Landschaft ist allerdings nicht, wie in bisherigen Berichten zu lesen ist, völlig reizlos; im Gegenteil. Man muss lediglich ein paar Meter mehr laufen als anderswo. Lange Geraden in einer Haoluku ähnlichen Landschaft empfing uns am frühen Morgen um 01.40 Uhr, als unser Triebwagen mit immer noch 40 Minuten Verspätung eintraf. Wir hatten unserem bestellen Busfahrer bereits am Vorabend telefonisch mitgeteilt, dass er uns nicht in Baiqi, sondern in Sanggendalai am frühen Morgen in Empfang nehmen sollte, wo er für drei Stunden noch ein Hotel für uns reservieren sollte. Allein - der Bus war nicht da. Telefonisch bekamen wir die Auskunft, dass er noch unterwegs sei und in rund 30 Minuten eintreffen würde. Nach einer Stunde - ein erneuter Anruf unser Reiseleiterin: Der Fahrer sagte zu, nun in zehn Minuten einzutreffen. Dann herrschte Stille, der Fahrer hatte sein Telefon ausgeschaltet! Nach einer weiteren halben Stunde stellte sich dann heraus, dass der Busfahrer sein Gefährt in den Straßengraben gelenkt hatte und nun jemanden suchte, der ihn wieder herausziehen möge. Um diese Uhrzeit kein ganz einfaches Unterfangen. Er meinte jedoch, zwanzig Minuten nach dem Herausziehen bei uns sein zu können. Es muss die nächsten Stunden wohl niemand gekommen sein, ihn aus dem Graben herauszuziehen ... Die Wartezeit in Sanggendalai verbrachten wir mit der Zubereitung eines Kaffees und einer Instant-Nudelsuppe. An Schlaf war jedenfalls nicht zu denken. Gegen vier Uhr wanderten wir dann an die Strecke hinaus. Zuerst rauschte ein Güterzug aus Haoluku durch die Station und beschleunigte auf freier Strecke in einem atemberaubendem Stakkato auf Höchstgeschwindigkeit. Gegen 04.30 Uhr löste sich die Sonne vom Horizont. Kurz vor Fünf erreichte dann unser Personenzug den Bahnhof, musste allerdings auf den dieselbespannten Gegenzug, den Personenzug nach Xilinhaote, warten. Kurz nach fünf Uhr beschleunigte dann der verspätete Personenzug aus dem Bahnhof Sanggendalai. Eine schöne Dampffahne lag über dem Zug, der sich in der Morgensonne spiegelte. Mit einer schönen Aufnahme wurde die Nachtsprung-Aktion (mit weniger als vier Stunden Schlaf) belohnt.

Der Personenzug hatte in seinem dampfbespannten Abschnitt immerhin schon fast eine halbe Stunde Verspätung wieder eingefahren. Bis Baiqi konnte die Mannschaft der Dampflok noch einmal zehn Minuten herausfahren.
Unsere Reiseleiterin hatte mittlerweile einen anderen Bus aufgetrieben, was in Sanggendalai wirklich nicht einfach ist. Mit diesem Bus verließen wir dann Sanggendalai als unser bestellte Bus gerade um die Ecke fuhr. Ohne den leisesten Anflug eines schlechten Gewissens oder gar einer Entschuldigung verlangte der bestellte Busfahrer lautstark, dass wir unser Gepäck und uns aus dem nun gecharterten Bus umladen und mit ihm weiterfahren sollten. Gegen eine Entschädigung von 500 Yuan ließ er sich dann jedoch davon überzeugen, dass er leer nach Hause zurückfahren müsse.
Nachdem wir drei weitere Züge (und den dieselbespannten Personenzug) um Baiqi fotografiert hatten, nutzen wir die fotoungünstige Zeit des Mittagslichtes in Baiqi zu einem Hotelaufenthalt mit knapp drei Stunden Schlaf, einer heißen Dusche und der Einladung des Parteisekretärs zum Mittagessen. Unser durch Zufall gefundene Fahrer erwies sich nicht nur als ortskundig, sondern auch als Meiser von Lenkrad und Gaspedal. In einer furiosen Leistung brachte er uns am Ende eines trotz anfänglicher Pannen gelungenen Tages nach Jining Nan, wo es dann mit dem "Nobelexpress" K90 nach Beijing zum nächsten Hotel ging.
Der neue Fahrplan des Triebwagens ist:
| K502/503 | © www.farrail.com | K501/504 |
| 10.30 | Huhehaote | 08.18 |
| 11.44/46 | Zhuozishan | 07.08/10 |
| 12.44/52 | Jining Nan | 06.00/12 |
| 12.58/13.04 | Jining Bei | - |
| 13.34/41 | Benhong | 05.17/23 |
| 14.20/24 | Shangdu | 04.34/38 |
| 15.17/23 | Huade | 03.37/41 |
| 16.53/17.05 | Zhengxiangbaiqi | 01.55/02.07 |
| 18.25/27 | Sanggendalai | 00.32/35 |
| 19.37/43 | Haoluku | 23.16/22 |
| 20.45/48 | Jingpeng | 22.15/17 |
| 21.29/37 | Liudigou | - |
| 22.00/09 | Galadesitai | 21.11/13 |
| 22.38/50 | Linxi | 20.38/41 |
| 23.34/44 | Daban | 19.46/54 |
| 01.00/08 | Lindong | 18.27/30 |
| 02.00/10 | Chabuga | 17.29/35 |
| 03.42/52 | Kailu | 15.55/57 |
| 04.56/05.13 | Zhelinmu | 14.45/51 |
| 05.28 | Tongliao | 14.30 |
Ein Auszug aus dem aktuellen Buchfahrplan mit den Zeiten des Schnellzuges zwischen Haoluku und Daban. Auch Güterzüge haben eigentlich feste Fahrzeiten!
