
Weitere Aufnahmen von polnischen Schmalspurbahnen sowie eine Einladung, diese selbst zu erleben, finden Sie hier.
Das Wetter war brillant, die Züge bestanden aus herrlichen Güterwagen, die größtenteils extra für uns aufgearbeitet wurden, und die Fahrzeuge für unsere Züge hatten ihr altes PKP-Logo wieder erhalten. Es lief hervorragend, die Eisenbahner erfüllten alle Sonderwünsche und sogar die frühmorgendlichen Abfahrten waren pünktlich. Alles zusammen: die Tour lief super - das muss wiederholt werden!
Der zu leerende bittere Kelch war allerdings der Verlauf der Preisgestaltung. Ich hatte das ja bereits im Frühjahrsnewsletter 2008 erwähnt: im Juli 2007 besuchte ich alle Bahnen persönlich, um mit den Verantwortlichen zu reden und die entsprechenden Wagen für unsere Züge auszusuchen. Überall konnte man mir einen ungefähren Preis sofort nennen mit dem Versprechen, den detaillierten Preis in wenigen Tagen bzw. Wochen nachzureichen. Aber das passierte nicht, trotz mehrerer Nachfragen. Erst kurz vor der Reise kamen man dann mit dem endgültigen Preis heraus und diese Preise lagen meist weit über dem, was zuerst gesagt worden war.
Die Preisdifferenz zwischen dem, was im Juli 2007 avisiert und was dann im März 2008 aufgerufen wurde lag zwischen Null und stolzen 92%! Znin, die anfangs mit einem 85% höheren Preis aufwarteten, konnte wenigstens auf „nur“ plus 54% heruntergehandelt werden. Die einzige Bahn, wo man den Preis nicht erhöht hatte, war die Bahn von Schroda. Leider war Ungerechtigkeit deren Lohn, weil genau dort die Lok im Depotbereich entgleiste und man eiligst einen Kran zur Aufgleisung ordern musste. Wir hatten eigentlich einen frühen Start geplant, um die Sonne auf dem Zug reflektieren zu lassen. Wir bekamen unsere Streiflichtaufnahmen aber trotzdem von einer entgleisten Lokomotive im Bahnhofsvorfeld ... Am Ende habe ich dem Chef dort aber ein sehr gutes Trinkgeld gegeben, was die Krankosten mehr als gedeckt haben dürfte.
Die unangenehmste Erfahrung habe ich in Gnesen gemacht, wo mich am Abend vor der Fahrt ein Anruf im Hotel erreichte. Man sagte, dass die Mehrwertsteuer in Polen stolze 22% - nicht im genannten Preis enthalten sei und diese daher noch aufgeschlagen werden müsse. Das ganze kam wohl kalkuliert, den Gnesen war die einzige Bahn, die es trotz Nachfragen ablehnte, eine Rechnung bereits vor der Reise zu schreiben oder auch nur wenigstens eine Anzahlung haben zu wollen. In allen Telefonaten vor der Reise war immer wieder versichert worden, dass der genante Preis ein Endpreis sei.

Nachdem die eigentliche Arbeit, das Aufarbeiten der Wagen und das Ändern der Eigentumsbezeichnung nunmehr getan ist, können Sie davon ausgehen, dass Sie hier und da billige Angebote für Dampf auf polnischen Schmalspurbahnen finden werden. Ich plane allerdings keine Billigreise, vielmehr werde ich den Bahnen nach Möglichkeit Zuwendungen geben, damit wir uns an diesen herrlichen Dampfzügen auch noch in Zukunft erfreuen können (was ich im April 2008 trotz der sehr engen Finanzen bereits in Schmigiel gemacht habe). Ich halte das für besser als jetzt noch schnell abzusahnen und dann die Bahnen einfach allein zu lassen. Wenn Sie den Bahnen helfen wollen, dann besuchen Sie einfach eine der Bahnen. Die Erträge der Fahrten helfen auf jeden Fall, die Strecken und die Dampflokomotiven am Leben zu halten.


Siehe frühere Berichte auf dieser Seite. Die Strecke hat nach einer Streckensperrung wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse wieder etwas Güterverkehr aufzuweisen. Daneben gibt es im Sommer den bekannten Ausflugsverkehr, allerdings mit Diesel. Die Strecke ist bis Anastazewo befahrbar. Man besitzt eine Reihe schöner Schmalspurgüterwagen und einen Personenwagen, der nun auf unsere Bitte hin wieder die originalen PKP-Anschriften trägt. Gineznos einzige betriebsfähige Dampflokomotive befindet sich derzeit in Smigiel, und musste daher per Tieflader nach Gniezno gebracht werden.

Die Kesselfrist der einzigen betriebsfähigen Dampflok Px38 805 läuft im Oktober 2008 ab. Die Bahn kann sich eine Untersuchung der Lok nicht leisten, und die bereits verlängerte Kesselfrist darf nicht mehr weiter verlängert werden. Daher haben wir für den Herbst 2008 erneut eine (die möglicherweise letzte) Fahrt mit dem kleinen D-Kuppler geplant.
Die Strecke ist bis Gasawa befahrbar. Es gibt eine ganze Reihe regulärer Touristenzüge, die mit bunten Wagen und natürlich einer Diesellok verkehren.
Die Drehscheibe im Depot kann ohne eine anstehende Reparatur nicht von der Dampflok benutzt werden. Ob die Drehscheibe jemals wieder instand gesetzt wird, scheint zweifelhaft.
Klicken Sie hier, wenn Sie die Dampflokomotive von Znin noch ein möglicherweise letztes Mal selbst in Aktion erleben wollen.



Die Greifenberger Px48 war soeben frisch aus der Untersuchung zurück. Die Strecke bietet viel ländlichen Charme und auch einige Steigungen und damit viele gute Fotomöglichkeiten. Der Güterzug, der komplett für unsere Gruppe aufgearbeitet wurde, war eine Augenweide!
Die Strecke kann zwischen Gryfice und Pogorzelica befahren werden. Während der Sommermonate gibt es touristischen Ausflugsverkehr (mit Diesel und speziellen Wagen).


Die Bahn von Sroda nach Zaniemysl hat einen herrlichen Fuhrpark, der auch für Charterzüge eingesetzt werden kann. Man kann 100% authentische Züge aus dem vorhandenen Rollmaterial bilden. Sowohl Personenzüge (wieder auf PKP umgezeichnet), Güterzüge als auch gemischte Züge bieten sich an. Leider ist die Strecke nun nicht gerade gesäumt von herausragenden Motiven, aber es finden sich ausreichend viele ländliche Szenen für schöne Bilder. Die betriebsfähige Lok steht jetzt mit dem Schornstein nach Südwesten, ganz im Gegensatz zu Plandienstzeiten, wo der Schornstein in Richtung Nordosten „schaute“.
Während der Sommersaison gibt es Ausflugszüge nach Zaniemysl. Zusätzlich bietet man auch Dampfzugfahrten an.

Wegen des sehr schlechten Oberbauzustandes wurde der Strecke im Frühjahr 2008 die Betriebserlaubnis für den Abschnitt Smigiel Wielichowo entzogen. Nur der Abschnitt zwischen Stare Bojanowo und Smigiel ist noch in Betrieb. Obwohl angekündigt, ist noch nicht sicher, ob die Strecke nach Wielichowo wieder repariert wird. Die Schülerzüge auf dieser Strecke haben immer ein Defizit eingefahren und der ohnehin geringe Güterverkehr kam schon Monate vor der Stillegung zum Erliegen.
Die verbliebene kurze Strecke hat gutes fotografisches Potential. Die Telegrafenleitung ist noch komplett, und auch das Einfahrsignal von Smigiel steht noch. Durch die von unserer Gruppe bezahlte Aufarbeitung ist nun auch wieder ein kompletter Schmalspurgüterzug auf der Strecke einsetzbar. Darüber hinaus gelang es uns auch, offene zweiachsige Normalspurgüterwagen zuzuführen und diese auf Rollwagen gestellt über die Bahn zu befördern. Genauso wie die Güterzüge auf der Schmalspurbahn vor etlichen Jahrzehnten aussahen ...

Die Strecke nach Ponan (Posen) soll in Kürze modernisiert werden. Obwohl im April 2008 bunte Wagen (blau/gelb oder grün/weiß) eingesetzt wurden, ließen sich einige gute Aufnahmen machen.

