
Unverändert stellte sich der Personenzugumlauf für die Dampflokomotiven von Wolsztyn (Wollstein) dar. Dennoch gab es Besonderheiten. Wegen eines Rahmenrisses bei Ol49 7 wurde Ok22 31 im planmäßigen Dienst nach Leszno (Lissa) verwendet.
Der Kohlekran in Wolsztyn ist ausgefallen. Deshalb benutzte man nur die kleinen Kohlekräne. Diese nehmen kleine Kohleloren auf, die vorher über ein Förderband per Hand beladen werden müssen. Weil sich die Kohle besser auf das Förderband schippen lassen, wenn sie auf einem Haufen liegen, holt man nun wöchentlich einmal für wenige Stunden den Kran aus Leszno nach Wolsztyn, wo er die Kohle wieder aufhäufelt. Der Kran wird dabei mit der Personenzuglok vom Zug 33230 (ab Wolsztyn 05.56, an Leszno 07.03 Uhr) gefahren. Man wartet in Leszno meist den Triebwagen (33240) ab, der Leszno um 08.55 Uhr erreicht und fährt dann in rund 55 Minuten nach Wolsztyn. Die Lok für den 33233 (Leszno ab 15.28, Wolsztyn an 16.28 Uhr) nimmt den Kran dann wieder nach Leszno mit.

Die Wagengarnituren sind durchgehend grün/weiß. Doppelstockwagen konnten schon lange nicht mehr auf den Strecken um Wolsztyn gesehen werden. Die Züge haben meist eine Länge von zwei bis sechs Wagen.

Die Reisezüge nach Leszno waren sehr schlecht besetzt. Die Strecke sieht auch kaum noch Güterzüge und befindet sich im Stadium des Rückbaus. Trauriges Zeichen des Rückzuges der Bahn war die Demontage der Formsignale im Bahnhof Blotnica, einst mit drei Ausfahrsignalen an jedem Bahnhofskopf gesichert. Die Strecke hat augenscheinlich keine Zukunft. Busse und Lkws haben den nicht eben starken Verkehrsbedarf auf dieser Relation weitgehend übernommen. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, wann die PKP diese Strecke einstellen wird.
Es gab noch keine Vorschau auf den neuen Fahrplan. Man geht gemeinhin davon aus, dass sich nur wenig ändern wird. Die Stadtverwaltung von Wolsztyn hat den touristischen Wert der Dampflokomotiven schon lange erkannt und hält gegen den Widerstand der PKP ihre schützenden Hände über den letzten europäischen Plandienst von Staatsbahn-Dampflokomotiven.




Die Schmalspurbahn von Gniezno (Gnesen) nach Anastazewo wird nur noch im Abschnitt Gniezno Powidz im planmäßigen Güterverkehr bedient. Das Haupttransportgut ist Kohle, die nach Witkowo und Powidz geliefert wird. Seit 2002 befindet sich die 750 mm-Strecke nicht mehr im Besitz der Staatsbahn. Eigentlich sollte sie still gelegt werden, konnte jedoch auf Grund privater Initiative vorläufig gerettet werden. Da der Kaufpreis für Strecke und Fahrzeuge die Möglichkeiten des jetzigen Betreibers überstiegen, pachtete man die Bahn auf zehn Jahre. Eine längere Pachtzeit ist rechtlich nicht möglich. Seit 2002 firmiert man nun unter dem Namen Biuro Utrzymania i Eksplatacji "Gnieznijskiej Kolei Waskotorowej", kurz GKW. Waren früher über 100 Beschäftigte bei der Bahn in Lohn und Brot, so sind es heute nur noch sieben. Ganze vier davon wickeln den Betrieb ab und führen Reparaturen aus, sowohl an den Fahrzeugen als auch an der Strecke. Die restlichen drei Angestellten sitzen im Büro. Das deutet auf einen recht hohen Verwaltungsaufwand hin. Die Gehälter sind denkbar gering, als Lokführer verdient man auf der GKW derzeit nur rund 1.200 Zloty im Monat, das sind gut 300 Euro.
Als Güter werden neben Kohle noch Zement, Dünger und Flüssigdünger befördert. Die Frachtraten sind niedrig, sie müssen der Straßenkonkurrenz standhalten. Für eine Tonne Kohle nach Witkowo kann die Bahn sechs Zloty (ca. 1,50 Euro) in Rechnung stellen, nach Powidz sind es neun Zloty. Es verkehren nur maximal drei Güterzüge in der Woche. Manchmal gibt es auch Wochen ohne jeden Verkehr. Im Sommer gibt es neben dem Güterverkehr auch noch einige Ausflugszüge zum See Powidzkie.

Trotz des geringen Verkehrsaufkommens besitzt man vier Diesellokomotiven, von denen zwei betriebsfähig sind. Von der PKP hat man zwei Dampflokomotiven der Reihe Px48 übernommen. Es handelt sich um Px48 1785, die derzeit betriebsfähig ist, und Px48 1919, die derzeit eine Hauptuntersuchung erhält. Die Kosten der Hauptuntersuchung von ca. 100.000 bis 150.000 Zloty (je nach Arbeitsumfang) werden von der GKW übernommen. Man kann sich nicht zwei betriebsfähige Px48 gleichzeitig leisten. Daher soll Px48 1919 so fertig gestellt werden, dass sie beim Fristablauf von Px49 1785 ihre Abnahmefahrt absolvieren kann. Eine Hauptuntersuchung ist alle sechs Jahre fällig.
Man kann in Gniezno stilechte GmP Züge fahren. Der Preis für einen Zug bis Powidz ist 650 Euro, man sollte aber noch ein paar Euro zusätzlich für die Trinkgelder rechnen, denn die Personale bemühen sich wirklich. Eine Fahrt von Gniezno nach Anastazewo mit Fotohalten, Wasserfassen und Pause dauert den ganzen Tag. Da die Strecke nach Süden und Südosten verläuft, hat man ganztägig gutes Licht für einen Rauchkammer voran Richtung Anastazewo fahrenden Dampfzug. Die Landschaft ist weitgehend flach und wird durch Wälder und Felder bestimmt, bis man hinter Powidz ein Gefälle in Richtung Anastazewo vorfindet, dass die Strecke an das Ufer des Sees Powidzkie führt.
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Der Oberbauzustand ist gerade so EU-zulassungsfähig und bedarf dringend einer Bahnmeisterei. Vielfach versucht die Natur bereits, verlorenes Terrain zurück zu gewinnen. Neben Gniezno, wo der gesamte Bahnhof voll gestellt ist, stehen noch einige interessante Güterwagen und Rollfahrzeuge in Niechanowo abgestellt, darunter der schmalspurige Klappdeckelwagen 0016-624, der durchaus einer musealen Aufarbeitung würdig wäre. Man hat nur einen grünen Personenwagen, der seit PKP-Zeiten keine Veränderungen mehr erfahren hat, mithin sehr authentisch ist. Für größere Gruppen und den Ausflugsverkehr nimmt man daher die kunterbunt gestrichenen rumänischen Triebwagen als Wagenmaterial. Die Zukunft der Bahn ist in der Lkw-freundlichen Europäischen Union nur schwerlich als rosig einzuschätzen. Irgendwann steht zu befürchten, dass sich wegen der geringen Einnahmen die Bahn weder die Sonderzüge mit Dampflok noch den regulären Betrieb mehr leisten kann.

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