Diese dampfträchtigen Orte stehen erneut auf dem Programm:

Alles verändert sich. Aber es gibt nur wenige Dinge, die sich sehr genau vorausschaubar entwickeln. Der Dampfbetrieb in China zum Beispiel. Es ist glasklar, dass es zu Ende geht. Wer nicht farbenblind ist, wird die orange Wand im Depot von Pingdingshan kaum übersehen können, die sich zwischen den Dampflokomotiven aufgebaut hat. Und es geht so weiter. Die Schlussfolgerungen, die sich aus dieser Entwicklung ableiten lassen, sind jedoch völlig konträr: manche sagen, es lohnt sich nicht mehr, das war meine letzte Reise nach China. Ja, natürlich lohnt sich der Museumsdampf mit zwei Maschinen zwischen neuzeitlichen Autokolonnen, Windkrafträdern und Satellitenschüsseln viel mehr ... Andere wiederum ziehen die Schlussfolgerung, dass das, was jetzt noch geboten wird, in Kürze nicht mehr unter uns weilen wird, man also den Abgesang noch einmal in vollen Zügen genießen muss und jetzt so oft wie möglich nach China reisen sollte. Einen Vorgeschmack, was gut gemachter Charterdampf später kosten wird, ist jetzt schon an den Reisepreisen ablesbar. Bezogen auf den Preis pro erlebter, hart arbeitender Dampflokomotive ist China immer noch ein Schnäppchen. Auch das gehört in die Kategorie der Dinge, die sich absehbar entwickeln. Wohin, braucht wohl nicht erläutert werden.
Mein Fazit im Angesicht der sterbenden Klasse der Großdampfloks im echten Einsatz dürfte hinlänglich bekannt sein. Es heißt: China, China, China. Nur um den Reiseplan der nächsten Monate etwas zu erläutern ...

Jetzt, wo doch alles so den Bach herunter geht, höre ich immer wieder die Frage, ob es sich gelohnt hätte. 100 Pro, die einzige ehrliche Antwort. Selbst bei nur einer Lokomotive in Nanpiao lautet die Antwort: ja, auf jeden Fall! Echter Plandampf ist durch nichts zu ersetzen. Er schmilzt wie Schnee in der Sonne, also sehen wir nicht tatenlos zu, sondern setzten alles daran, die letzten glorreichen Monate im Bild festzuhalten!
Nur zum Verständnis der Bilder hier: wir haben auch Dutzende Sonne-im-Rücken-3/4-Aufnahmen gemacht. Nur brauche ich die nicht mehr zu veröffentlichen, Hundetre kursieren schon im Internetz. Alle Aufnahmen entstanden auf Fuji Chrome Velvia 50, dem Original.
Die ungewohnte Schreibweise entstammt den neuen Hotel dortselbst. Sie scheint die richtige Umschrift zu sein.
85 Wagen, das sind mehr als zehn Züge, mehr als zehn Dampflokomotiven, die NICHT im Einsatz waren. Die anderen fast 20 Dampfloks haben aber nach wie vor das Potential, als mittlerweile beste Dampforgie der Welt bezeichnet zu werden. Das Baggerloch ist nach wie vor einer der Orte mit der höchsten Motivdichte weltweit.
Für die Nummernsammler, diese 21 Lokomotiven haben wir diesmal gesichtet (alle unter Dampf):
Durch das bevorstehende Neujahrsfest war der Personalbestand für den laufenden Betrieb reduziert worden. Alle kleineren Minen haben nicht mehr produziert. Der geringere Personalbestand war die Ursache dafür, dass man nur noch eine Dampflokomotive einsetzte, daneben waren alle vier Dieselloks im Einsatz (mit je einem Mann Personal weniger als bei der Dampflok). Diese eine Maschine hat uns jedoch von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang gut beschäftigt. Morgens ein Zug nach Linghe, mittags einen über die Rampe zur Abraumhalde bei Zaojiatun, Nachmittags ein Zug zum Kraftwerk und abends einer von Weizigou, dann noch einmal zum Kraftwerk, aber da waren die Schatten schon im Tal ... Es ist erstaunlich, wie man mit einer einzigen Maschine im Dienst beschäftigt werden kann. Über mangelnde Motive braucht man sich in Nanpiao wirklich nicht beklagen. Wie im Reisebericht vom Eis-Quickie 1 bereits geschrieben wird Nanpiao bis zum bitteren Ende auf der Hitliste der Dampfdestinationen bleiben.
Die Lok im Einsatz war SY 1299, die anderen Maschinen befanden sich im Depot (zu dessen Besuch wir einfach keine Zeit hatten).
Die Dieselloks sind schon störend, wirklich. Nicht nur, dass die Personenzüge alle mit Diesel fahren, es sind auch mehrere Güterzüge dieselbespannt. Aber mindestens acht SY sind noch intensiv am Betriebsgeschehen beteiligt und geben genug Anlass, Fuxin weiterhin auf der Liste der Besuchsorte zu belassen. Es bieten sich unzählige Motive im staubigen Industrierevier, mit Menschen, Fahrzeugen aller Art und den letzten Resten der ebenfalls aussterbenden Hutongs.

Unter Dampf haben wir folgende Maschinen notiert:
Zwei Dieselloks kreuzten unsere Wege:

Die völlige Umgestaltung des Ortes auch entlang der Eisenbahn geht weiter. Mit der Schließung der beiden Tagebaue hat man nun mit der Beräumung des Geländes begonnen, was sich in flächendeckenden Abrissarbeiten an Hutongs und nicht mehr benötigten Industriegebäuden zeigt. Es entstehen komplett neue Straßenzüge, Siedlungen und Verkaufsflächen. Aber im Übergang liegt eine Fülle von Motiven verborgen, die aus dem Staub der ungeteerten Straßen und der freien Märkte vor niedergerissenen Hutongs entstehen. Ein kleines Freilichtmuseum mit EL1 113 und SY 0939 war am stadtnahen ehemaligen Tagebau bei Xiudaokou im Entstehen. Xiudaokou (Daokou = Bahnübergang) wird es wohl auch nicht mehr lange geben, denn ein neuer Bahnübergang mit neuem Wärterhäuschen etc. ist dicht daneben im Entstehen.
Welche Veränderung gegenüber unserem Besuch im Oktober 2007! Unglaublich, wie schnell neue Hallen, Bahnwärterhäuser, Straßen und Brücken aus dem Boden schießen. Neue Betonherrlichkeit in aschgrau, überpudert mit dem Staub der Kohlestadt statt liebenswürdiger Bahnwärterhäuschen und rumpeligen Straßen, die von Hutongs gesäumt werden.

Das morgendliche Treffen aller Lokomotiven im Depot von Pingdingshan ist ein Schatten seiner selbst, zumindest, wen man kein Fan von klobigen Dieselloks ist. Eine komplett orange Wand baut sich dann auf, aus mehr als zehn Dieselmaschinen bestehend. Wenn man von Süden auf das Geschehen schaut, dann sieht man u U. nicht mal mehr eine einzige Dampflok! Nur klobige, orange Kästen! Aber, aber, noch ist es nicht an der Zeit, Pingdingshan den Rücken zu kehren. Nicht weniger als sieben Maschinen standen unter Dampf als Reserve im Depot, und noch einmal neun Maschinen sind noch im Einsatz anzutreffen. Zwei davon vor den Personenzügen (eine Garnitur ist noch immer grün, die andere äußerlich völlig verdreckt in orange). Und, jetzt sollte man sich setzten, Pingdingshan hat die höchste bekannte QJ-Dichte zu bieten! Die neuen Dieselloks haben keine der QJ verdrängt, ganz im Gegenteil, wir konnten vier Maschinen der Klasse QJ innerhalb weniger Stunden im Bahnhof Yüzhou erleben. Wo sonst gibt es noch vier QJ auf einer 48 km langen Strecke im Einsatz zu erleben? Wer’s weiß, solle sich melden! Fraglos ist die Strecke an Höhepunkten wie an Zügen arm, aber QJ ist QJ. Es gibt keine vergleichbare Großdampflok auf der Welt, die noch ihr Brot im Streckendienst verdient. Alle anderen müssen gefüttert werden, von hungrigen Eisenbahnfreunden, die dafür zahlen, dass ihre Lieblinge fahren. Hier erwirtschaften sie noch Geld, und schlucken es nicht.
Wir haben einen Ingenieur im Depot gefragt, wie es mit der Entwicklung weitergehen wird. Man wird bis Jahresmitte weitere drei Diesellokomotiven erhalten, er rechnet mit Mai oder Juni 2008. Damit stehen die Personenzüge aber immer noch nicht zur Disposition, Dampf wird noch bis 2009 im Depot von Pingdingshan heimisch sein. Demzufolge werden auch weitere Untersuchungen durchgeführt, wie gerade an QJ 6786. Eine QJ-Hauptuntersuchung! Nur in der Shandong-Provinz ist noch Vergleichbares vorstellbar.

Die Liste der gesichteten Lokomotiven, inklusive der orangen Pestbeulen:

Durch die hohe Dieselpräsenz ist die Anzahl der Dampfaufnahmen, die man an der Strecke bekommen kann, deutlich gesunken. Man sollte sich auf die Strecke nach Yüzhou und die Personenzüge konzentrieren um erfolgloses Warten an den einzelnen Strecken zu vermeiden. Daneben ist das Depot natürlich immer noch einen Besuch wert.

Diese dampfträchtigen Orte stehen erneut auf dem Programm:

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