Leb Wohl QJ, Abschied von Großdampfloks im Plandienst

Reisebericht China Ende 2006

QJ in Aktion

Es geht zur Neige ...

Übersicht

Leb Wohl, QJ

Wagenwerk 7. Februar in Beijing

Kaum zu glauben und im Widerspruch zu früheren Aussagen: Chinas Hauptstadt kann immer noch mit einer JF im Rangierdienst aufwarten: JF 2446 ist nach wie vor im Einsatz und möglicherweise die älteste Normalspurlok im regulären Dienst. Leider nicht besonders fotogen, das geforderte Eintrittsgeld steht nicht im Verhältnis zur gebotenen Kulisse. Frank Tylor konnte Anfang November 2006 notieren:

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Tagebau Zhalai Nuer

Wenn der Tagebau denn nur nicht so weit weg liegen würde! Die Anreise zu Lande dauert eine halbe Ewigkeit und die Fluganbindung ist lausig. Trotzdem: Zhalai Nuer ist einer der letzten Hot Spots für Dampflokomotiven. In und um Zhalai Nuer dürften wohl an die 60 Dampflokomotiven stationiert sein, von denen die Hälfte im Einsatz steht und die andere Hälfte als Reserve vorgehalten wird. Zhalai Nuer scheint sicher, als würde es ewig mit Dampf weiter gehen. Aber die Vorräte an Kohle neigen sich dem Ende entgegen. Man spricht von fünf, sechs Jahren, bevor hier der Tagebau aufgegeben werden wird. Die Untertageminen sind teilweise jünger und werden noch länger in Betrieb bleiben, beschäftigen jedoch bei weitem nicht so viele Dampflokomotiven.

Über die letzten drei Jahre wurden auf FarRail Tours Reisen die folgenden Maschinen gesichtet:

Loknummer
(alle Reihe SY)
Baujahr Einsatz
0056   abgestellt Yunxiaochu 2006
0450   Einsatz 2006
0471 2/72 Einsatz 2006
0613 1/75 abg. Cangchuxian 2006
0614   abg. Cangchuxian 2006
0682 7/73 Einsatz 2006
0867 8/74 Einsatz 2003
0794   Einsatz 2006
0795   Einsatz 2006
0867   Hauptuntersuchung 2006
0924 12/74 Einsatz 2003
0957   Einsatz 2006
0958   Hauptuntersuchung 2006
0959   Einsatz 2006
1079   in einem anderem Bericht gelistet
1041   abg. Cangchuxian 2006
1119   Einsatz 2006
1126   Einsatz 2006, Starlok
1192   Einsatz 2004, abg. Cangchuxian 2006
1193   abg. Cangchuxian 2006
1234 x/79 abgestellt Yunxiaochu 2006
1240   Einsatz 1/2006, abg. Cangchuxian 11/2006
1256   abg. Cangchuxian 2006
1257   Einsatz 2006
1258   Einsatz 2006 (aus HU)
1284   Einsatz 2006
1285   Einsatz 2006
1286 4/84 Einsatz 2006
1303   Einsatz 2006
1317   in einem anderen Bericht gelistet
1371 5/85 Einsatz 2006
1374   Einsatz 2006
1375 6/85 Einsatz 2006
1376 6/85 Einsatz 2006
1401   Einsatz 2006
1410   in einem anderen Bericht gelistet
1416   Einsatz 2006, Starlok, im Depot Yunxiaochu hinterstellt, wenn nicht im Einsatz
1424   Einsatz 2006
1448 4/86 Einsatz 2006
1449   Einsatz 2006
1450 4/86 Einsatz 2006
1496   Einsatz 2006
1586   Einsatz 2006
1587   Zwischenuntersuchung 2006
1600   Einsatz 2006
1601   Einsatz 2006
1617 7/88 abg. Cangchuxian 2006
1618   Einsatz 2006, Starlok
1619   abg. Cangchuxian 2006
1644   in einem anderen Bericht gelistet
1650   Einsatz 2006
1654   Einsatz 2006
1663   Einsatz 2006
1664 9/89 Einsatz 2006
1678 1/80 Einsatz 2006
1681   Einsatz 2006
1685   in einem anderen Bericht gelistet
1686   Einsatz 2003
1688   Einsatz 2006
1689   Einsatz 2006
1690   Einsatz 2006
3005   Einsatz 2006, Starlok

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Stahlwerk Baotou

Baotou

Es gibt keine Änderungen gegenüber meinen früheren Berichten. Unter Dampf wurden gesichtet: (alles SY)

Abgestellt fanden wir vor:

Gegenüber dem Depot hat man eine touristische Attraktion geplant, sofern man den Aufschriften einer Tafel am Gebäude glauben darf. Zwischen diesem Gebäude und dem Depot, getrennt durch eine Straße und einer voluminösen Rohleitung stehen äußerlich aufgearbeitet:

Es ist nicht bekannt, ob die Kollektion durch JS 58001 und YJ 232 bereichert werden soll. Jedenfalls wurden beide Lokomotiven äußerlich hergerichtet, nachdem sie lange Jahre in der Reihe der abgestellten Lokomotiven vor sich hin rosteten. Die Doppelreihe mit abgestellten Lokomotiven ist aufgelöst worden. Hinter dem Sozialgebäude stehen jetzt nur noch zwei ET7 sowie neu zwei SY, deren Schicksal wohl bald vom Stahlhunger der chinesischen Industrie besiegelt werden dürfte.

Schlackehalde Baotou

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Baotou Xi Staatsbahndepot

Frank Tylor besuchte auch das Depot der Staatsbahn, wo sich noch erstaunlich viele Dampflokomotiven befinden, allesamt in mehr oder minder schlechtem Zustand abgestellt. Daneben hat man ein Museum mit interessanten Maschinen eingerichtet. Die Angeben zu den Lokomotiven sind nicht sicher, sie stehen auf Tafeln vor den Lokomotiven.

Freiluft-Museum:

Abgestellte Maschinen:

JS 8001, 8004, 8005, 8007, 8008, 8009, 8010, 8267, 8279, 8280, 8282, 8317, 8319, 8320, 8321, 8322, 8325, 8326, 8327, 8328, 8329, QJ 6518, 6831. QJ 6518 hat noch eine farbige Plakette, die sie als von der Besten Dampfbrigade gefahren ausweist.

Es wird empfohlen, seinen Besuchswunsch rechtzeitig anzumelden. Ein besuch nach 17 Uhr ist nicht möglich. Der Eintritt kostet 100 Yuan.

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Staatsbahndepot Linhe

Es überrascht, wenn man immer noch größere Bestände an abgestellten Dampflokomotiven in China findet, werden sie doch meist gleich nach ihrer Abstellung an örtliche Schrotthändler verkauft. Linhe ist ein solcher Ort. Schätzungsweise 20 Maschinen, meist QJ, stehen dort. Aus dem vorbeifahrenden Zug konnten erkannt werden:

QJ 6908, 6913, 6915, 7053, 7065 und JS 8014.

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Sanmenxia-Hubin

Es war bekannt, dass zumindest eine JS in Sanmenxia noch ihr Wesen treibt. Ein Foto im Staatsbahnhof ohne weitere Information existierte bereits. Doch, was dort wirklich geschieht, wo die Loks herkommen, die man manchmal im Bahnhof sah und wo sie hinfuhren, war uns nicht bekannt, als wir an einem verregneten Tag frühzeitig Yinghao verließen, um nach jener ominösen JS in Sanmenxia zu suchen.

Sanmenxia-Hubin

Fündig wurden wir in Sanmenxia-Hubin. Dort befindet sich neben einem Rangierbahnhof ein kleines Depot mit einständigem Lokschuppen und großem Dampflokposter am Eingang. Die Dampflokherrlichkeit neigt sich aber auch hier dem Ende zu, man hat im September 2006 eine gebrauchte Diesellok gekauft. DFH3 0200, mit dem selben Baujahr, wie der älteren der verbliebenen Dampflokomotiven: 1987. Die Maschine ist allerdings erheblich teurer im Betrieb und benötigt dazu noch eine Reparatur, bevor man sie einsetzen kann. Daher steht sie im Freien (die Dampflok steht geschützt auf dem einzigen Schuppengleis) und soll erst dann eingesetzt werden, wenn die Fristen der beiden JS abgelaufen sind.

Die beiden JS sehen optisch und technisch makellos aus. Es handelt sich um

Nummer Baujahr Einsatz
JS 8061 1987 kalt im Schuppen
JS 8408 1988 Einsatz

JS 6491, die dritte der in Hubin verbliebenen Lokomotiven, musste man dem Schrotthändler überlassen, um die Diesellokanschaffung finanzieren zu können.

Die Strecke wurde einst zur Errichtung eines 14 km entfernten Staudamms gebaut. Der Staudamm befindet sich in Shijiatun, auch Daba genannt. Die Strecke von Sanmenxia-Hubin nach Da’an gehört der Bahngesellschaft die die beiden JS betreibt, während der Abschnitt Da’an - Shijiatan (Daba) von einer anderen Gesellschaft betrieben wird. Die Fahrzeuge dieser Strecke sind nicht bekannt.

Sanmenxia-Hubin

Von Hubin aus werden die umliegenden Anschließer bedient, weiterhin gibt es täglich mindestens zwei Übergaben zum Staatsbahnhof, die ganz beachtliche Zuglängen erreichen können. Darüber hinaus wird eine Ölgesellschaft bedient. Für diese Bedienung gibt es einen festen Fahrplan, der eine Übergabe zwischen 18 und 19 Uhr vorsieht, weitere nach Bedarf. Alle anderen Leistungen werden nach Bedarf gefahren.

Die Loks stehen Tender voran für die Richtung Hubin – Staatsbahnhof Sanmenxia und Hubin – Ölgesellschaft. Retour geht es Schornstein voran.

Sanmenxia- Daba map

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Liujiaxia

Liujiaxia

Liujiaxia darf nicht mehr mit Dampf nach Hekou Nan fahren, weil dazu die Staatsbahn über mehrere Kilometer benutzt werden müsste. Diese holt jetzt die Züge am Ende der Provinzbahn ab. Dennoch steht der Kauf von Dieselloks nicht zur Debatte. Man hat schlicht kein Geld dafür. Man kann Hauptuntersuchungen immer noch im nahe gelegenen Baiyin ausführen lassen. Alle vier JS sind betriebsfähig. Zwei stehen jeweils unter Dampf, zwei sind Reserve. Die Situation im Dezember 2006:

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Leb Wohl, QJ

Wie wahr war doch das Motto unserer November-Reise zu den letzten QJ Chinas! Während mehrere Dutzend QJ in Daban auf ihren Verkauf an Schrotthändler warten, sind die letzten Einsätze der QJ auf anderen Bahnen deutlich zurück gegangen oder ganz zum Erliegen gekommen. Dennoch ließe sich mit einer aufsehenerregenden Schlagzeile beginnen:

Staatsbahn China Railway kehrt zum Dampfbetrieb zurück!

Daba – Guyaozi (Ningxia Provinz)

Ja – Sie haben richtig gelesen. Aber Euphorie ist völlig fehl am Platze. Die Strecke Daba – Guyaozi wurde im Herbst 2006 von der Staatsbahn gekauft. Damit gelangte die Staatsbahn wieder in den Besitz von Dampflokomotiven, von QJ (und von einem Sammelsurium unterschiedlicher Dieselloktypen). Aber wenige Wochen nach der Übernahme durch die Staatsbahn war es damit auch gleich wieder vorbei: zusätzliche Dieselloks (DF8B 5661 und 5662) verdrängten die letzte eingesetzte QJ Ende November 2006 aus dem Dienst. QJ 7195 geht in die Annalen ein: als letzte unter Dampf stehende Staatsbahn-QJ.

ein letzter Blick auf die entschwindene QJ, Lingxingkuang

Aus dem Depot hatte man bis auf die betriebsfähigen QJ 7194 und 7205 bereits alle Dampflokomotiven abgezogen, auch die frisch untersuchte QJ.

Spätestens zum 30. November 2006 sollte der Dampfeinsatz auf der Strecke endgültig enden. Man war sich sogar sicher, dass der 25.11.2006 das Datum des wohl endgültigen Dampfabschiedes bei der Staatsbahn sein würde.

Der Vollständigkeit halber soll erwähnt werden, dass die Mine Lingxingkuang (zu der die Züge geschoben werden) eine Schmalspurbahn mit farbenfreudigen Akkuloks besitzt. Nr. 1, 4 und 5 konnten im Einsatz beobachtet werden.

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Meijiaping (Sha’anxi Provinz)

die wohl grottigste QJ Chinas in Meijiawan

Immer, wenn wir in Tongchuan zu Gast waren, wurde und gesagt, dass das Ausbesserungswerk der Tongchuang Kohlemine in Meijiawan/Meijiaping sei. Dabei erwähnte man auch, dass es dort noch weitere Betriebe mit Dampfeinsätzen gäbe, allerdings nur Rangiereinsätze und kurze Übergaben zum Staatsbahnhof. Meines Wissens hat nie jemand von diesen Einsätzen näher berichtet, bis dann Dave Habraken im Herbst 2006 den Vorstoß wagte und fündig wurde. Da es sich um einen QJ-Einsatz handelte, sind wir auch dorthin gefahren und fanden die wohl grottigste QJ des Landes im Einsatz. Sie gehört dem örtlichen Zementwerk. Meijiawan liegt südlich von Tongchuan (der Bahnhof heißt Meijiaping), dort, wo sich die Staastbahn in eine nordöstliche und eine nordwestliche Strecke gabelt. Im Einsatz stand QJ 2694 mit sechsachsigem Tender, ohne Windleitbleche und einer stattlichen Patina Zementstaub. Sie fährt täglich zwei Übergaben zum Staatsbahnhof, eine morgens gegen sieben Uhr, die andere nachmittags gegen 16 Uhr. Wie sich die Lichtverhältnisse in einem mit Zementwerk und Teerfabrik gesegneten Ort um diese Zeit entwickeln, weiß jeder Chinareisende, der den Smoggürtel von Lanzhou – Xi’an – Luoyang – Zhengzhou kennt, schätzt und ihm was hustet. Sonnenaufgangsbilder sind bis 11.30 Uhr, Sonnenuntergangsbilder ab 12.30 Uhr möglich, an schlechteren Tagen geht beides ineinander über, oder es regnet. Trotzdem lässt sich ein passables Motiv von den kurzen Streckenübergaben zum Staatsbahnhof Meijiaping umsetzen. Die Eisenbahner haben nichts gegen Fotografen, das Zementwerk hingegen wünscht keine ausländischen Besucher. Bestimmte Sicherheitskräfte würden auch lieber sehen, dass Ausländer nicht hierher kämen. Aber sie sind harmlos, China rüstet zur Olympiade. Ähnlichkeiten mit Berlin 1936 drängen sich auf ...

Meijiawan Teerfabrik

Nicht genug mit der QJ, Meijiaping bietet auch noch eine Teerfabrik. Hier wurde bei unserem Besuch JS 5094 eingesetzt, während SY 0363 ziemlich heruntergekommen in der Ecke stand, aber als Reservelok fungiert. Die Teerfabrik hat ein kurzes Anschlussgleis zum ziemlich trostlosen Staatsbahnhof, wo sie meist gegen 15 Uhr Wagen austauscht. Viel interessanter ist der Rangiereinsatz in der Teerfabrik selbst, wo man nach Anmeldung beim Werkschef sogar vorgelassen wird und fotografieren darf. Die Maschine, am 17. November 2006 noch allseits verdreckt, wurde tags darauf frisch gestrichen. Erst die eine Seite und wenige Tage später die andere. Grund waren angekündigte Filmaufnahmen. Ein Team aus Xi’an dreht einen historischen Film und benötigt als Filmkulisse eine Dampflokomotive. Meijiaping ist nicht einmal zwei Autostunden von Xi’an entfernt.

Beide Firmen in Meijiaping scheinen derzeit zu arm, um sich Dieselloks leisten zu können. Allerdings, wer führt schon noch Hauptuntersuchungen an Dampflokomotiven aus? Die Uhr tickt auch hier.

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Pucheng – Baishui (Sha’anxi Provinz)

hinter Hanjing

Sie ist die schönste verbliebene QJ-Strecke, allerdings nur für Leute mit Geduld und Ausdauer. Planmäßig sind eine QJ und zwei Dieselloks im Einsatz, wobei die QJ immer die minderwertigsten Aufgaben zugeteilt bekommt. Aber sie kommt auch mit langen Zügen auf die Strecke von Hanjing nach Baishui und darüber hinaus. Wir haben uns den Luxus geleistet, eine Maschine zu einem unverschämten Preis zu chartern. Es hat sich gelohnt ...

Das Management will eine weitere Diesellok Mitte oder Ende 2007 kaufen, dann wären die QJ nur noch Reserve für ausgefallene DF4B. Das sind sie jetzt auch, und dem Glücklichen können sogar zwei QJ im Streckendienst begegnen. Es ist extrem schwer, die genauen Fahrzeiten in Erfahrung zu bringen. Selbst wenn zwei QJ auf die Strecke geschickt werden, ist es nicht sicher, dass man auch zu guten Aufnahmen kommt. Wie gesagt, man braucht hier viel Geduld, etwas Glück und Ausdauer.

Pubai Depot: Wasserkranumhüllug gegen einen Winter, der bis Mitte Januar 2007 nicht kam ... Die Aufschrift auf dem braunen Schuppen in der Bildmitte untersagt das Rauchen!

Weichenwärter in Pucheng Bei

Tunnel vor Baishui

Die Maschinen:

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Kohlemine Chenghe (Sha’anxi Provinz)

Es ist schade, dass eine so schöne Strecke erst dann entdeckt wurde, als es schon fast zu spät war. Viel Verkehr hat es nie gegeben, aber ausreichend, um einen Besuch zu rechtfertigen. Die Kohleminenverwaltung besitzt zwei Strecken, vier QJ und zwei Dieselloks (DF4B). Die eine Strecke ist die bekannte, ausgehend vom Staatsbahnhof Podicun nach Chenghe-Dongjiahe. Die zweite Strecke dieser Verwaltung befindet sich in Wangcun und führt über zwei Kilometer nach Heyang. Diese Strecke ist flach und damit nicht so interessant, wie die Podicun-Strecke. Beheimatet sind dort QJ 3424 und QJ 6807. Bis August 2005 teilten sich diese Maschinen alle Aufgaben. Als dann DF4B 9586 eintraf, übernahm sie alle Transporte, die QJ standen nur noch als Reserveloks kalt abgestellt. Heute sind beide Maschinen mit abgelaufenen Fristen nicht mehr einsatzfähig.

Chenghe

Chenghe Terassenlandschaft

Chenghe

Anders die Situation in Chenghe selbst: QJ 7181 und 7182 sind beide betriebsfähig, wobei QJ 7181 unter Dampf steht und Rangierdienste sowie Übergaben von Chenghe-Erkuang nach Chenghe-Dongjiahe fährt, wo auch einige Motive zu finden sind. Die spektakuläre Strecke hingegen wird von der Diesellok DF4B 9576 bedient. Nur, wenn diese ausfallen sollte, kommt auch hier eine QJ zum Einsatz. QJ 7182 benötigt zumindest einige kleinere Reparaturen, bevor sie wieder einspringen könnte, und somit ist QJ 7181 die einzige Lok, die hier regelmäßig unter Dampf steht.

Das Management will die Dampflokomotiven noch nicht verschrotten, weil beide noch gültige Fristen haben und teilweise auch gebraucht werden. Es ist nicht klar, wann man sich die nächste Diesellok leisten kann. Auch hier kann man, mit viel Geduld und noch mehr Glück als in Baishui durchaus noch eine QJ in schöner Landschaft erleben. Allerdings, wer hat schon die Zeit, wochenlang auf einen der raren Streckeneinsätze der QJ zu warten? In Chenghe kann man vielmehr auch einen Zug für einen vernünftigen Preis chartern. Allerdings sollte man dazu nicht über das örtliche Reisebüro gehen (und wohl sämtliche staatlichen Reisebüros würden das tun), sondern direkt mit dem Management verhandeln. Das örtliche Reisebüro hat es trotz eindeutiger Instruktionen geschafft, einen Zug Tender voran bergab zu „organisieren“. Aufgrund der Anwesenheit des Managements bei unserem Charterzug ließ sich das jedoch in fünf Minuten in einen Schornstein voran bergwärts fahrenden Zug ändern. Dazu musste allerdings die Hilfe der Diesellok in Anspruch genommen werden, da man nicht einfach in den Staatsbahnhof fahren und die Lok umsetzen kann, aber im Gefälle eine Lok an der Zugspitze laufen muss. So fuhren wir erst im Triebwagen der Bahn und enterten dann beide Führerstände der Diesellok und führen herunter zur Brücke kurz vor dem Staatsbahnhof. Die Diesellok wurde dann abgekuppelt und der Dampfzug donnerte an uns an mehreren Stellen der Strecke vorbei. (Kontakt und Preise für Ihren persönlichen Sonderzug auf Anfrage).

Die Strecke wurde von 1973 bis 1978 erbaut und für eine Jahresleistung von 4,5 Millionen Tonnen Kohle ausgelegt. Der Betrieb wurde 1978 mit Lokomotiven der Klasse JF aufgenommen, die später durch QJ ersetzt wurden. Im August 2005 kamen die beiden Dieselloks zur Chenghe Kohlemine. Eine davon, DF4B 9576, fährt nun auf der Strecke. In 2005 transportierte man 3,16 Millionen Tonnen Kohle, wobei letztmalig die QJ den größeren Anteil daran hatte.

Weichenwärterin

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Kohlemine Shisi (Henan Provinz)

Shisi erhielt im Oktober 2006 eine weitere Diesellok und verkaufte sogleich alle vier QJ an den Schrotthändler. Aus und vorbei.

Pingdingshan (Henan Provinz)

Drei QJ waren auf der Yüzhou-Strecke im Einsatz. Wir sahen erstmals einen sehr langen Zug mit Zug- und Schiebelok auf dieser eher flachen Strecke. Zusammen trafen wir noch fünf Maschinen der Klasse QJ unter Dampf in Pingdingshan:

Yüzhou - die Belehrung

An den Einsätzen der wenigen SY und vielen JS hat sich nicht geändert. Wir sahen die folgenden Maschinen:

Die letzte QJ wird wohl in wenigen Monaten unspektakulär in irgendeinem Industrierevier ihr Leben aushauchen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass diese Klasse das Jahr 2008 noch im Plandienst erleben wird. Als Reservelok vielleicht, aber Streckeneinsätze sind bis dahin mehr als fraglich.

Pingdingshan

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