Der erfolgreiche Sonnenblumen-Quickie 2007

Sunflowers in Huanan, photo: Darryl Bond

(Fast) alle Aufnahmen: Darryl Bond, Text: Bernd Seiler

Inhalt:

Hegang

Wie erwartet sind neue Diesellokomotiven eingetroffen. Die verbliebenen SY werden hauptsächlich als Reservelokomotiven vorgehalten.

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Huanan

Huanan, Foto: Darryl Bond

Die Kohleminen von Hongguang haben so wenig Kohle gefördert, dass der Betrieb auf der Schmalspurbahn im August 2007 eingestellt wurde. Erfreulicherweise wurde die Kohleförderung wieder angefahren und ab Ende August fuhren die Züge wieder normal. Auf den ersten Blick hat sich nichts geändert in Huanan, aber wenn man genauer hinsieht, stellt man verwunderliche Entwicklungen fest, die erkennen lassen, dass das Management der Bahn von einer gesicherten Zukunft derselben ausgeht. Nach vielen Jahren hat man das Überholungsgleis in Dajiugang, der Station zwischen Huanan und Xiahua, wieder aufgebaut. Die Station ist wieder rund um die Uhr mit Personal besetzt, und hier fanden auch Zugkreuzungen statt. Das ist nicht alles: der Posten in Lazifang wurde ebenfalls wieder eröffnet und mit Personal besetzt! Hier kann man nun bei Regen oder Schneetreiben wieder Zuflucht finden. Außerdem gibt es eine Information, wenn ein Zug Xiahua oder Lixi verlässt: das batteriebetriebene Feldtelefon klingelt. Darüber hinaus hat man wieder Kilometersteine aufgestellt, wie früher beginnend in Huanan und Xiahua jeweils mit Kilometer Null. Die Hufeisenkurve in Lazifang beginnt bei km zehn, der Scheitelpunkt ist bei km 13 und Lixin (Nordende des Bahnhofes) ist km 16. Gut zu wissen, wenn man entlang des Gleises wandert.

Huanan, Foto: Darryl Bond

Allerdings heißt das alles nicht, dass Huanan für die nächsten Jahre sicher wäre. Es heißt lediglich, dass man Geld investiert hat. Und das nächste freie Geld kann durchaus in Diesellokomotiven investiert werden oder – noch schlimmer – in den Bau einer Straße nach Honguang. Dem aufmerksamen Beobachter wird kaum entgangen sein, dass in den vergangenen Jahren alle Erdwege Kilometer für Kilometer betoniert wurden, nach Xiahua, Tuoyaozi, Sandaogou ... Hongguang ist mit Sicherheit auf der Liste und wird über kurz oder lang ebenfalls eine Betonstraßenanschluss erhalten.

Die Schmalspurbahn von Huanan ist „die JinTong Bahn der Heilongjiang Provinz“! Das Wetter ist ähnlich, es gibt flache und bergige Abschnitte, einen Pass – „Der kleine Pass“ – und nicht zuletzt Dampfzüge – auf drei Kilometern mit Schiebelok. Man kann es nicht oft genug erwähnen, es handelt sich hier um die letzten Schmalspur-Dampfzüge der Welt, die von Dampf gezogen und mit Dampf nachgeschoben werden. Also wundern Sie sich nicht, wenn Sie 2008 wieder einen Sonnenblumen-Quickie im Reiseplan entdecken.

Huanan, Foto: Darryl Bond

Im Einsatz haben wir gesehen:

Huanan, Foto: Darryl Bond

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Mudanjiang Bosenmuye, Heilongjiang Forst-Technisches Institut

Östlich von Mudanjiang sahen wir von der Straße aus zwei C2 in einem Werksgelände: Nummer 30 von der Waldbahn Weihe und Nummer 1 mit dem Tender von Nummer 3 der Kalksteinbahn Dahuichang bei Peking. Hinter Nr. 30 stand ein Personenwagen von Weihe (YZ 66010). Das Gelände hat keinen Bahnanschluss, die Gebäude dort sind allesamt neu. Es war nicht herauszufinden, warum die beiden C2 dorthin gebracht wurden.

Weihe Forestry Railway no. 30

Dahuichang no. 1, tender no. 3

Dahuichang no. 1, tender no. 3

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Jixi

Jixi Chengzihe, Foto: Darryl Bond Jixi Chengzihe, Foto: Darryl Bond

Der Anfang vom Ende ist gemacht: Hengshan erhielt die ersten Diesellokomotiven, vier an der Zahl. In Hengshan sind damit vier Diesellokomotiven und zwei SY im Einsatz. Es gibt immer noch doppelt mit SY bespannte Züge, aber man muss schon großes Glück haben, um einen davon zu erwischen. Niemand konnte eine Voraussage treffen, wann die letzten beiden Dampflokomotiven ihren Dienst quittieren werden.

Alle anderen Minensysteme von Jixi sind noch 100 % unter Dampf. Einige Lokomotiven von Hengshan sind zu anderen Systemen überstellt worden, z. B. hat Lishu jetzt drei SY, neben den alten Stammlokomotiven SY 0477 und 1118 jetzt auch SY 0951 von Hengshan.

Der optische Zustand der Lokomotiven hat sich seit meinem letzten Besuch deutlich verschlechtert. Sogar einige der Starlokomotiven sind jetzt verstaubt, SY 0590 fuhr gar mit einem angebrochenen Schornstein herum. Es ist offensichtlich, dass die Lokmannschaften das Ende des Dampfzeitalters erwarten und die Pflege der Lokomotiven teilweise aufgegeben haben.

Daher der alte Rat: Hinfahren, jetzt gleich, und dableiben, solange man es sich leisten kann. Jixi ist immer noch SEHR lohnenswert.

Jixi-Chengzihe: SY 0590 mit angebrochenem Schornstein, Foto: Darryl Bond

Folgende Lokomotiven haben wir gesehen:

Hengshan:

Lixin (Hengshan – “Ercheng)” Didao
Jixi Chengzihe, Foto: Darryl Bond

Chengzihe

Jixi Qikeng, Foto: Darryl Bond

Jixi-Xifeng, Foto: Darryl Bond

Lishu
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Huludao

Huludao, Drei Generationen von Ladeanlagen, Foto: Darryl Bond

Wenn sich etwas zu gut anhört, dann ist es oft nicht wahr. In Huludao hieß es immer, man habe kein Geld für die Beschaffung von Dieselloks, nicht mal für gebrauchte, zudem sei das Ausbesserungswerk gleich um die Ecke, Dampf sei also sicher bis in alle Ewigkeit. Nun aber, da die Zementwerke der Gegend seit Jahren einen ungeahnten Aufschwung erleben, stiegt die Nachfrage nach Kalkstein ebenfalls kontinuierlich. In Kürze wird daher eine neue Ladeanlage in Betrieb genommen werden, die mindestens die dreifache Ladekapazität der alten Anlage hat. Neue Gleise wurden verlegt, die Weichen zum Anschluss der neuen Anlage stehen kurz vor ihrer Vollendung. Damit muss sich auch die Bahn auf ein wesentlich größeres Transportvolumen einstellen. Man könnte natürlich mit den vorhandenen Lokomotiven einfach mehr Züge fahren als bisher oder ziemlich billige gebrauchte QJ in Bestzustand kaufen, um das Zuggewicht zu steigern. Aber – wie wohl zu erwarten war – man will Diesellokomotiven kaufen, um den zusätzlichen Verkehr zu bewältigen. Momentan sagt man zwar, das die Diesellok nur den zusätzlichen Verkehr bewältigen soll, während die Dampflokomotiven weiterhin die Hauptlast tragen. Wenn die Diesellok aber erst einmal eingetroffen ist, wird Dampf sehr schnell nur noch als Reserve dienen. Eine Diesellok kann mehr als 50 % mehr über die Steigung ziehen, da das Reibungsgewicht wesentlich größer ist (sechs Achsen gegenüber vier getriebene Achsen der Dampflok, dazu eine größere Radfahrmasse). Das Personal wird ein weiteres dazu tun: keine Kohle mehr schaufeln, keine Asche, keine Schlacke ... Man sollte darauf gefasst sein dass das JS-Paradies ab Januar 2008 ernsthaft in Gefahr ist.

Die Fahrzeiten der Züge sind unverändert, der Frühzug verlässt Huludao zwischen 6 und 7 Uhr, der beladene Zug verlässt Yangjiazhangzi gegen 11 Uhr, dann die Nachmittagsschicht, die zwischen 13 und 14 Uhr ab Huludao fährt und gegen 16 Uhr die Rückfahrt antritt und der Abendzug, der Huludao meist zwischen 18 und 19 Uhr verlässt. Es sei erwähnt, dass es auch Nachtzüge gibt, ... falls man O. Winston Link-Ambitionen hegt.

Huludao, Foto: Darryl Bond

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Shandong Provinz: QJ und C2 werden zu Altmetall

Yanzhou

Die Yanzhou Kohlenbahn (JiBei Eisenbahn) beendete den Dampfeinsatz im Juli 2007, als eine weitere Diesellokomotive geliefert wurde. Die QJ’s sind immer noch gepflegt, stehen aber jetzt alle abgestellt im Depot.

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Shandong Yankuang International Coke Co.

Die Kokerei befindet sich gleich beim Güterbahnhof Yanzhou Xi (wenige Kilometer südwestlich des Personenbahnhofes Yanzhou) und setzt immer noch QJ ein. Die bekannten Nummern sind QJ 7188 und 7191. Ein Taxifahrer wollte QJ 6936 dort gesehen haben, aber diese Nummer ließ sich nicht bestätigen.

Normalerweise steht eine Maschine unter Dampf und rangiert innerhalb der Kokerei. Sie kommt nur aus dem Werk heraus, wenn es Wagen nach Yanzhou Xi zu liefern gibt, oder um von dort welche abzuholen. Die Anschlussstrecke ist keine 100 Meter lang, das fotografische Potential also äußerst beschränkt. Täglich fahren zwischen einem und drei Übergabezüge zur Staatsbahnstation Yanzhou Xi. Es gibt keine festen Fahrzeiten. Auskünfte über die nächsten Zugbewegungen werden Betriebsfremden nicht erteilt. Am 8. September 2007 kam die Lok um 5.30 Uhr in den Staatsbahnhof, als es noch dunkel war ...

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Daewoo Zementfabrik in Sishui

Sishui Daewoo Zementfabrik, Foto: Bernd Seiler

Sishui befindet sich ca. 28 km östlich Qufu. Das Daewoo Zementwerk hat immer noch eine sehr gepflegte QJ (QJ 7129) für Rangiereinsätze im Werk unter Dampf. Die Übergaben vom Werk zur Staatsbahn sind bereits verdieselt. Die QJ steht mit der Esse in Richtung Westen, daher ist für Auflichtaufnahmen ein Besuch am Nachmittag anzuraten.

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Legierungsstahlwerk Zoucheng

Das kleine Stahlwerk befindet sich fast im Stadtzentrum von Zoucheng, keine fünf Minuten zu Fuß von unserem Hotel entfernt. Die Eisenbahnaktivitäten wurden vor Kurzem stark gedrosselt, so dass die einzige vorhandene Lokomotive, QJ 7072 (mit kleinen, hohen Windleitblechen) nun nur noch ein bis zwei Mal pro Woche angeheizt wird, wenn überhaupt. Bei unserem Besuch zeugten die rostigen Räder davon, dass die Maschine seit mindestens drei Wochen nicht mehr gefahren ist. Der Kessel war allerdings nicht entwässert worden und der Pflegezustand der Maschine nicht schlecht. Bahnpersonal war ebenfalls zugegen.

Obwohl der Abstellort der QJ frei zugänglich ist, wurde unsere Anwesenheit misstrauisch beobachtet. Erst nach einigen Diskussionen wurde unser Tun als harmlos eingestuft.

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Zoucheng

Zoucheng, Foto: Darryl Bond

Nur noch ein Schatten seiner selbst war Zoucheng bereits im Mai 2007. Aber es kommt noch schlimmer. Im Juli 2007 erlosch das Feuer in einer weiteren QJ, nur drei verblieben unter Dampf. Im August 2007 traf es dann eine weitere Maschine, so dass bei unserem Eintreffen Anfang September nur noch eine QJ im Zugdienst eingesetzt wurde und eine weitere als Reserve unter Dampf stand. Aber sie tanzen noch: Züge mit über 3.000 Tonnen Gewicht standen noch auf dem Programm. Leichte Steigungen werden damit bereits zu einer Herausforderung für die Maschine und zu einem akustischen Erlebnis für den Beobachter.

Die Entwicklung in den letzten Monaten erscheinen wenig sinnvoll. Man hat QJ 3538 hauptuntersucht, nur um sie nach fünf Monaten im Einsatz in bester Verfassung und mit Untersuchungsfristen, die noch lange nicht ablaufen, abzustellen. Obwohl das nicht die einzige voll untersuchte und einsatzbereite QJ ist, die auf dem Abstellgleis steht, hat man am Vortag unseres Besuches QJ 6811 zum Ausbesserungswerk nach Laiwu geschickt. Dabei steht dort noch QJ 7190, die in Kürze aus der Hauptuntersuchung zurück erwartet wird! QJ 6811 könnte die letzte ihrer Klasse werden, die eine Untersuchung erhält, aber sie wird wahrscheinlich nicht die letzte QJ sein, die frisch untersucht direkt aufs Abstellgleis wandert.

Während unseres Besuches stand QJ 7189, gerade aus der Untersuchung in Laiwu zurück, im Dienst, während QJ 7126 mit hohen Windleitblechen als Reserve unter Dampf im Depot stand. Das Einsatzschema hat sich nicht geändert (siehe Reisebericht vom Mai 2007 (englisch)).

Die Zukunft des Dampfbetriebes bleibt ein Rätsel. Einige der Befragten versicherten, dass es mindestens noch ein Jahr weiter gehen solle, andere prophezeiten das Ende des Dampfbetriebes zum Chinesischen Neujahr 2008.

Zoucheng QJ 7189 auf ihrem Weg zum Zug, Foto: Darryl Bond

Zoucheng: 49 beladene Wagen, mehr als 3.000 Tonnen hinter  QJ 7189, Foto: Bernd Seiler

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Stahlwerk Jinan

Das Stahlwerk Jinan befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Staatsbahnhof Licheng. Es gab dort ein Schmalspurbahnsystem, was mit C2 bedient wurde. Leider haben alle Versuche, das Management des Stahlwerks zu einer Besuchserlaubnis zu bewegen, nichts gefruchtet. Einige Eisenbahnfreunde versuchten es auf illegalem Weg, dort hinein zu gelangen – und verstärkten damit nur das Verbot der Führung des Stahlwerkes. Nunmehr ist es zu spät, die C2 wurden allesamt abgestellt. Lediglich eine Anzahl der Industriemikados der Klasse SY verbleiben im Dienst.

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Mehr über die Klasse QJ: Pingdingshan

Das bekannte Kohleminensystem von Pingdingshan plant, die Klasse QJ zum November 2007 zu suspendieren (danach noch Reserve unter Dampf). Das ganze Minenbahnsystem soll bis 2009 verdieselt werden. Alle Züge zur Mine 4 werden bereits mit Diesel gefahren. Japanische Eisenbahnfreunde haben auf dieser Strecke bereits Dampf gechartert und mussten 200 RMB pro Person zahlen – Mindestteilnehmerzahl zehn.

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