Reisebericht China, Winter 2005/2006

Dies war die erste FarRail Chinareise nach dem Dampfende auf der legendären JiTong Bahn. Aufgrund von Betriebsruhen bei einigen Bahnen wegen des chinesischen Neujahrfestes, mussten wir die ursprünglichen Reisepläne in manchen Punkten kurzfristig ändern. Trotzdem trat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl ein, dass wir zu spät gekommen waren, um "echten" Dampfeinsatz zu erleben. Es gibt nach wie vor noch eine Fülle von lohnenswerten Zielen. Auch wenn diese noch verbliebenen Bahnen und Systeme eine geringere Verkehrsdichte als die JiTong Bahn aufweisen (mit Ausnahme der Kohleminen Jalai Nur und Sandaoling) ist China für Dampflokfreunde immer noch ein äußerst lohnenswertes Ziel. Man wird immer noch mit vielen schönen Motiven belohnt.

Viele Betriebe unterbrachen ihre Produktion aufgrund des Neujahrsfestes länger denn je, was wiederum Einfluss auf den Güterverkehr und somit den Dampflokeinsatz hatte. Da man in der Zeit um das chinesische Neujahrsfest herum auch mit stark überfüllten Zügen und damit einhergehenden Problemen, an entsprechende Fahrkarten zu kommen, rechnen muss, sollte man Reisen durch China in diesem Zeitraum eher vermeiden.

Contents

Waldbahn Huanan

Keine Neuigkeiten sind gute Nachrichten für diese schöne Schmalspurbahn. Der Verkehr fand während unseres Aufenthalts wie gewohnt statt. Von eventuellen Streckenschliessungen war glücklicherweise ebenfalls keine Rede. Um mehr Informationen über diese Bahn zu erhalten, lesen Sie bitte meine Berichte über vorhergegangene Touren. Huanan stellt nach wie vor ein "Muss" im Reiseplan dar, wenn man den Dampfeinsatz auf chinesischen Schmalspurbahnen genießen möchte.

Lokomotiven im Einsatz:

Jalai Nuer

Der Dampfeinsatz in diesem Tagebau stellt immer noch einen Höhepunkt auf jeder Reise dar. Um den Tagebau herum befinden sich mehrere Untertageminen mit Bahnanschluss, auf denen der Verkehr ebenfalls mit Dampflokomotiven durchgeführt wird. Die beiden nördlich des Tagebaus befindlichen Schächte, Tiebei und Lutiankuang, weisen nur ein geringes Fördervolumen auf, so dass sie inzwischen hauptsächlich per LKW bedient werden. Südöstlich des Tagebaus befinden sich die Kohleminen Lingbei und weiter südlich Lingchuan. Lingchuan ist der Name eines Areals, welches ein Kraftwerk, sowie die Kohlemine Sanxiejing beinhaltet. Dort werden Selbstentladewagen eingesetzt, welche nur zwischen der Mine und dem Kraftwerk verkehren. Offensichtlich besitzt man dort eine eigene Lokomotive, die nicht zum Tagebau fährt. Das Verkehrsaufkommen zwischen Lingbei und Lingchuan nach Dongfanghong, der Kohlewäscherei nördlich des Tagebaus, ist gering. Wenn auf diesem Abschnitt jedoch einmal ein Zug verkehrt, bieten sich schöne Fotomotive mit dörflicher Kulisse. Man sollte am besten nachfragen, ob und wann ein Zug verkehrt. Zumal auf diesem Streckenast die Super-SY 1416 fährt. Sie hat große Windleitbleche und einen großen, roten Stern vor dem Schornstein.

Im Tagebau findet der Verkehrsablauf wie gehabt statt. Lediglich der Fahrplan des Arbeiterpersonenzugs hat sich aufgrund von Gleisverlegungen leicht verändert. Früher vorhandene Haltepunkte werden somit zum Teil nicht mehr bedient. Der dampfbespannte Leerpersonenzug wird nun vom Bahnhof der Hauptverwaltung (Station 510) nach Nanzhan (Station 583), wo sich das große Depot befindet, in 70 Prozent aller Fälle geschoben. Zurück fährt die Lok Tender voraus. Manchmal wird der Leerpark, welcher aus zwei Wagen besteht, jedoch nicht sofort nach Nanzhan zurück gebracht, sondern verbleibt bis zur Nachmittagsleistung in Station 510, was zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts der Fall war. Auch wenn diese Veränderung einen gewissen Verlust für Eisenbahnfotografen darstellt, gibt es Hunderte von anderen, interessanten Motiven und Szenerien auf diesem System einzufangen.

In der letzten Zeit ist hier über Zutrittsprobleme für Fotografen berichtet worden. Wenn man seine Reise über CITS (China International Travel Service) arrangiert, oder den freundlichen Bahnmanager Herrn Li um eine Erlaubnis bittet, hat man nichts zu befürchten. Allerdings kann die örtliche Polizei ganz anderer Meinung sein, selbst wenn Herr Li seine Erlaubnis erteilt hat. Wir trafen allerdings Freunde, welche sich ohne eine Genehmigung sechs Tage in der Gegend aufhielten ohne irgendwelche Probleme zu bekommen. Man verhält sich am besten möglichst unauffällig.

In den zwei Tagen unseres Aufenthalts sahen wir fast 30 SY im Einsatz, womit Jalai Nur eines der dampfreichsten Bahnsysteme in ganz China darstellt.

Stahlwerk Baotou

Das Stahlwerk von Baotou ist eines der letzten, welches noch eine größere Anzahl von Dampflokomotiven der Reihe SY einsetzt. Die Firma Bao-Steel ist einer der größten Stahlproduzenten weltweit. Aufgrund des starken Anstieges des Stahlpreises im Verlauf der letzten zwei Jahre und der daraus resultierenden Firmengewinne, ist man auch hier in der Lage, die Verdieselung weiter fortzusetzen. Derzeit ist das Stahlwerk von Baotou noch eine Reise wert. Die Verdieselung soll jedoch im Jahr 2008 beendet sein. Bei unserem Besuch waren 19 im Betrieb befindliche SY am schwarzen Brett aufgelistet, von denen wir die meisten auch zu Gesicht bekamen.

Die Zutrittsgenehmigung für Besucher ist inzwischen auf einige Bereiche des Werkes beschränkt worden. Leider gehört das Walzwerk mit angegliedertem Rangierbahnhof nicht dazu. Der Zugang zur Schlackenhalde ist jedoch freigegeben, womit auch weiterhin die spektakulären Entladungsaktionen auf Film gebannt werden können. Derzeit werden drei verschiedene Halden genutzt, wodurch sich die Vorhersage erschwert, auf welche Halde der nächste Zug fahren wird. Da sich die Nachfrage nach Stahl jedoch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau befindet, muss man nicht lange auf den nächsten Zug warten.

Folgende Lokomotiven konnten wir sehen bzw. waren auf dem schwarzen Brett aufgeführt:

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Daba - Guyaozi

Diese Wüstenbahn scheint die letzte Strecke zu sein, die noch einen nennswerten Einsatz von Maschinen der Reihe QJ aufzuweisen hat. Obwohl die Bahngesellschaft bereits zwei Dieselloks besitzt, konnten wir fünf Dampflokomotiven im Einsatz erleben. Während unseres dreitägigen Besuchs war an zwei Tagen lediglich eine Diesellok im Streckeneinsatz. Am dritten Tag waren alle Züge dampfbespannt. Aufgrund des gestiegenen Fördervolumens der neuen Mine in Yangshangwan hat das Verkehrsaufkommen zugenommen. Täglich wird diese Mine etwa zweimal bedient.

Auch die Manager dieser Bahn haben inzwischen bemerkt, dass der im Verhältnis zur Kohle sehr teure Dieselkraftstoff bei den Betriebskosten kräftig zu Buche schlägt. Daher möchte man die Dampflokomotiven noch so lange wie möglich einsetzen. Da man jedoch von weiteren Fristverlängerungen der Dampflokomotiven absieht, ist deren Abstellung auch nur noch eine Frage der Zeit. Von offizieller Seite verlautete, dass man die letzte QJ Anfang 2007 abstellen möchte. Der äußerliche Zustand der Maschinen war bei unserem Besuch bereits deutlich schlechter als in der Vergangenheit. Ihren Dienst verrichten die Maschinen jedoch noch ohne Probleme.

Fotografen sind im Bahnhofsbereich dieser Strecke nicht willkommen. Angeblich sorge man sich um die Sicherheit (eine inzwischen immer wieder gerne angeführte und meist hohle Begründung). Man ist somit nicht mehr befugt, sich dem Bahnhofsbereich zu nähern. Auch wenn es offensichtlich kein Sicherheitsproblem darstellt, im stark frequentierten Rangierbahnhof, beispielsweise von Pingdingshan, zwischen den Gleisen herumzulaufen, ist es in Guyaozi sogar verboten den Bahnsteig zu betreten. Man sollte diesen Bahnhof samt Depot somit am besten meiden, bietet sich dem Besucher fototechnisch hier ohnehin nichts Besonderes. Der Bahnhof von Daba befindet sich demgegenüber in einem echten Sperrgebiet. Sich dort aufhaltende Eisenbahnfreunde sind in der Vergangenheit bereits verhaftet worden. Mir ist nicht bekannt, ob der interessierte Besucher für dieses Gebiet eine Zutrittsgenehmigung erhält. Aber die Strecke bietet ohnehin so viele Motive, dass ein Aufenthalt auf den Bahnhöfen vergleichsweise uninteressant ist.

Wenn Sie die alten Reiseberichte noch nicht gelesen haben, hier ein paar Informationen zu dieser Strecke: Einer der besten Fotostandpunkte im Flachland ist die große Eisenbahnbrücke über den gelben Fluss. Zwischen Lingwu und Guyaozi bieten sich allerdings die besten Motive der Strecke mit Sanddünen, Bergen und Einschnitten. Die Sanddünen kurz vor Yangshangwan sind ebenfalls ein idealer Fotostandpunkt. Zwischen Lingwu und Guyaozi ist die Strecke kaum über die Hauptstraße erreichbar. Es gibt jedoch einige unbefestigte Wege, die zur Strecke führen. Um manche guten Stellen zu erreichen, kann ein Fußmarsch zwischen 500 und 1500 Meter erforderlich sein. Dadurch ist es fast unmöglich, eine Zugverfolgung mit guten Motiven zu kombinieren. Eine Ausnahme bietet sich jedoch beispielsweise bei einem bergwärts fahrenden Leerzug, den man auf der Brücke über den Gelben Fluss, sowie in den Sanddünen vor Guyaozi ablichten kann. Es kommt ab und zu vor, dass die Züge oberhalb von Lingwu auf freier Strecke einen etwa 15minütigen Zwischenhalt zum Dampf kochen einlegen müssen, was eine Verfolgung zusätzlich erleichtert. Dies ist jedoch nicht der Regelfall.

Hier eine Auflistung der vorhandenen Lokomotiven:

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Nanpiao

Vor einigen Monaten gab es schlechte Neuigkeiten in Punkto Dampfeinsatz von dieser Kohlebahn. Wir können diese glücklicherweise nicht bestätigen, womit Nanpiao sicher für den Dampflokfreund noch eine Reise wert ist. Ein Besuch im tiefen Winter ist jedoch nicht ideal, da einige dampfbespannte Personenzüge dann in der Dunkelheit verkehren. Ende Februar/Anfang November reicht das Tageslicht wieder. Man kann jedoch Pech haben, wenn drei der alten und mittlerweile sehr seltenen Dieselloks der Reihe BJ einen Großteil des Verkehrs abwickeln. Beim Anblich des äußeren Zustandes dieser BJ-Maschinen wundert man sich jedoch, dass sie überhaupt noch in der Lage sind, ihren Dienst zu verrichten. Mir erscheinen die Dampflokomotiven in Nanpiao deutlich zuverlässiger.

Man hat hier derzeit keine Pläne (oder vielleicht einfach kein Geld) um die noch vorhandenen Dampflokomotiven in nächster Zukunft durch neue Dieselloks zu ersetzen. Die Betriebssituation dürfte sich in den kommenden Monaten somit nur unwesentlich ändern.

Folgende Lokomotiven waren bei unserem Besuch im Einsatz:

Meihekou

Bei unserem Besuch hatten wir großes Glück, den morgendlichen Personenzug dampfbespannt erleben zu können, da sich die hierfür vorgesehene Diesellok in Reparatur befand. Wie erlebten ein höheres Verkehrsaufkommen als in der Vergangenheit, was am bevorstehenden Neujahrsfest gelegen haben dürfte. Alle Güterzüge waren dampfbespannt. Dieser Zustand wird sich jedoch bald ändern, da die Bahngesellschaft den Kauf einer weiteren Diesellok im Juni 2006 plant. Die Verdieselung soll hier im Jahr 2007 abgeschlossen sein.

Im Einsatz beobachtete Lokomotiven:

Kohlemine Fushun

Im Mittelpunkt unseres Interesses standen bei diesem Besuch nicht die Dampflokomotiven, sondern die alten japanischen Elektroloks. Noch sind elf dieser vorrevolutionären Maschinen im Einsatz. Sie befinden sich weiterhin im Unterhaltungsplan, und einige haben kürzlich erst eine Hauptuntersuchung erhalten. Das Nummernschema dieser Lokomotiven lautet 10xx, 11xx und 12xx. Die Loks mit niedrigeren Nummern sehen etwas moderner aus. Wir erlebten auch vier Dampfloks der Reihe SY im Einsatz, konnten jedoch aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse im Bereich des Tagebaus nur eine Lok identifizieren.

Der japanische Altbautriebwagen war nicht mehr im Einsatz. Wir konnten nur Triebwagen chinesischer Bauart beobachten. Nach einer Fahrplanänderung klafft nun eine große Verkehrslücke zwischen den morgendlichen und nachmittäglichen Zügen.

Der Zugang zur Reparaturwerkstatt ist nun verboten, der neue Chef ist von Fotografen in seinem Depot nicht gerade begeistert. Mit einem Reiseführer mit guter Überredungskunst kann man jedoch auch diesen Bereich betreten. Die dortigen Arbeiter sind sehr nett und kümmern sich kaum um die Zutrittsrestriktionen ihres Chefs.

Der Zugverkehr gestaltet sich relativ unberechenbar. Wir fragten auf dem Stellwerk nach den nächsten Zügen. Es sollte noch 40 Minuten dauern. Unmittelbar nachdem wir das Stellwerk verlassen hatten, schrillte das Telefon im Stellewerk, und drei Minuten später ratterte ein Zug vorbei, bespannt mit einer der alten E-Loks. Nach weiteren 20 Minuten kam der nächste Zug und zu guter letzt traf 40 Minuten später auch der vorhergesagte Zug ein. Die alten Elektroloks werden auch im Tagebau eingesetzt. Die meisten der dort verkehrenden Züge waren jedoch mit moderneren Lokomotiven bespannt.

Wir notierten die folgenden Maschinen:

Elektroloks:

Elektrotriebwagen

Kraftwerk Fushun

Offensichtlich hat das Management eine der japanischen Lokomotiven für den Werksverkehr gekauft. Aus der Ferne erkannten wir Lok "04", die dem Typ 12xx ähnelt. Wir konnten jedoch keine Details erkennen.

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Stahlwerk Fushun

Wie gewöhnlich erteilte die Verwaltung hier keine Zutrittsgenehmigungen für ausländische Besucher. Von einem nahe gelegenen Bahnübergang kann man jedoch Aufnahmen mit den vier Hochöfen im Hintergrund machen. Der Bahnübergang ist somit einen Besuch wert. Das Stahlwerk hat bereits eine Diesellok gekauft. An der Stadt jedoch schient jede Art von Modernisierung vorbei gegangen zu sein. Fushun ist trostlos, die Luft ist stark verschmutzt und von Sauberkeit ist auch auf den Straßen nicht viel zu sehen, was typisch für viele, von Schwerindustrie geprägte chinesische Städte ist. Man erwirtschaftet hier zwar den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes, für die Einwohner solcher Städte wirkt sich dieser jedoch nur begrenzt vorteilhaft aus. Diese müssen unter katastrophalen Umweltbedingungen leben und riskieren in hohem Maße ihre Gesundheit. Diese Bedingungen werden auch nicht durch neue Dieselloks verbessert, solange die großen Industrieunternehmen ihren Dreck mehr oder weniger ungefiltert durch die Schornsteine blasen. Die Abgase einer oder mehrerer Dampflokomotiven sind dem gegenüber absolut vernachlässigbar.

Wir sahen vier SY im Einsatz und konnten davon drei identifizieren:

Tiefa

Hier sind nur drei Dampflokomotiven im Reisezugdienst verblieben. Eine Diesellok der Reihe DFH 3 wird nun ebenfalls im Personenzugverkehr eingesetzt. Ab April 2006 sollen jedoch wieder vier Dampflokomotiven Verwendung finden. Bei unserem Besuch wurde die Strecke nach Faku ausschließlich von Dieselloks bedient, da sämtliche Einrichtung zum Wasser fassen eingefroren waren. Die Güterzugleistungen einschließlich des Rangierdienstes werden inzwischen nur noch von Dieselloks erbracht. Die kürzlich überholte Dampflok YJ 2-6-2 hielt sich zur Reparatur im Depot auf. Dies ist in ganz China die einzig bekannte Lok dieser Baureihe, die bis zum heutigen Tag im Regelverkehr eingesetzt wird. Sie soll ab April zusammen mit den Loks der Reihe SY wieder im Reisezugverkehr eingesetzt werden. Es bestehen derzeit keine Pläne, den Reisezugverkehr zu verdieseln. Man besitzt bereits genügend Diesellokomotiven, um vollständig auf Dampf verzichten zu können. Da Dampflokomotiven jedoch nur etwa ein Drittel an Betriebskosten verursachen (insbesondere der hohe Kraftstoffpreis macht die Verdieselung zu einem kostspieligen Unterfangen), räumt man den vorhandenen Dampflokomotiven im Personenverkehr noch eine längere Gnadenfrist ein. Das Depot ist kürzlich renoviert worden. Inmitten einer solchen Region würde der Besucher nie ein solch sauberes und gut instand gehaltenes Werk erwarten. Alle abgestellten Dampflokomotiven besitzen eine eigene Halle, um sie vor Witterungseinflüssen zu schützen. Diese Halle ist mit großen Postern der Dampflokomotiven verziert worden und enthält Schriftzüge wie "stark", "kraftvoll" oder "majestätisch". Im Depot und sogar auf dem Bahnsteig von Diaobingshan hat man kleine Lokomotivmodelle, ausgestattet mit Nummern, roten Rädern, schwarzem Kessel und Führerhaus, aufgestellt. Im Bahnhof von Diaobingshan, dem Knotenpunkt dieses Bahnsystems, hat man Schilder mit Sprüchen wie "Spucken verboten" angebracht. Außerdem hat man ein Büro eröffnet, in dem Dampfsonderzüge mit Lokomotiven der Reihe KD6, SY oder YJ gebucht werden können. Die Preise beginnen bei 840 Euro und sind nach oben offen.

Gesichtete Lokomotiven:

Yuanbaoshan

Dieses System war bei unserem Besuch aktiver denn je. Fünf Dampfloks der Reihe JS waren im Einsatz. Leider sind die Tage der Dampflokomotive bei dieser Bahn gezählt. Mitte 2006 will man die erste Diesellok kaufen. Die letzte Dampflok soll hier bis 2008 durch Dieselloks und Förderband-Systeme ersetzt werden. Nach dem ersten Fehlversuch mit einem Förderband-System hat man einen weiteren Versuch gestartet, mit diesem Transportsystem Zugleistungen zu ersetzen. Es steht noch kein genauer Starttermin fest, aber man vermutet, dass dies Ende 2006 der Fall sein dürfte. Sollte dieses System zuverlässig arbeiten, möchte man hiermit die Zweigstrecke zur nördlichen Mine ersetzen.

Loks im Einsatz:

Stahlwerk Xuanhua

Aus dem Zug nach Yinchuan konnten wir neben einigen Diesellokomotiven auch drei Dampflokomotiven unter Dampf sehen. Eine davon war die gepflegte SY 1219.

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Baiyin

Dieses System hat mehr zu bieten, als bislang bekannt. Es ist jedoch nicht ratsam, die unbekannten Linien dieser Bahn zu erforschen. Man sollte eher glücklich sein, dass man ausländischen Eisenbahnfans die Besichtigung einer ihrer Linien in die Lössberge genehmigt.

Das Unternehmen wurde 1954 gegründet und hat keinen richtigen Namen. Es wird nur "Fabrik 805" genannt. Der Handelsname ist "Baiyin Nonferrous Metals Group". Dieses Unternehmen beherrscht eine ganze Region und ist viel größer als man annimmt, wenn man das eher beschauliche Baiyin sieht. Das Eisenbahnnetz stellt nur einen winzigen Bruchteil des Ganzen dar. Die Dimension des Unternehmens wird klar, wenn man sich folgende Zahlen anschaut: Man besitzt vier Minen (davon ein Tagebau), wovon eine 400 Kilometer von Baiyin entfernt ist (in Chengxian). Dazu kommen vier Schmelzanlagen, zwei Konzentrierwerke, ein Kraftwerk, drei Kindergärten, 13 Grundschulen, fünf Gymnasien, zwei Hotels und so weiter. Es arbeiten etwa 400.000 Angestellte für dieses Unternehmen. Neben Aluminium, Blei und Zink, verarbeitet man Kupfer und produziert drei Tonnen Gold und etwa 100 Tonnen Silber pro Jahr. Das alleine wäre schon Grund genug, um fremde Besucher aus dieser Region fernzuhalten. Aber es gibt mehr. Nicht nur Fabrik 805 setzt Dampflokomotiven auf eigenen Strecken ein, sondern auch zwei Weitere Betriebe. Eine davon ist jedoch definitiv keine normale Firma, sondern vielmehr die chinesische Volksbefreiungsarmee. Die in gelben Tankwagen abtransportierte schweflige Säure ist ein Hinweis darauf, dass sich hinter all dem mehr verbirgt. Es gibt eine weitere Bahnlinie, welche zur Armee zu gehören scheint, und nach Süden führt. Der Bahnhof, acht Kilometer von Baiyin Gongsi, liegt in der Nähe einer Blei- und Zinkmine (oder Bauxit, das habe ich leider vergessen). Der chinesische Name hierfür lautet Xinluchang. Die Reaktion unseres örtlichen Reiseführers war eindeutig, als ich ihm diesen Name nannte (erfragt bei den Eisenbahnern ohne chinesischen Aufpasser daneben): "Es gibt hier keinen Ort, der diesen Name trägt!".Aha, man besitzt Aluminium-, Blei- und Zink- Schmelzanlagen, aber es gibt keine dazugehörige Mine? Ich denke, dass der Mann vom Werk nicht berechtigt ist, zu sagen, dass diese Mine nicht nur harmlose Metalle fördert. In Baiyin muss es einfach mehr geben, und das ist auch der Grund für die strengen Zugangskontrollen. Die andere interessantere Linie führt in nördliche Richtung. Die Bahnhöfe heißen Huoyaoku (km 15) und Kuangshan (km 36). Huoyaoku bedeutet Schießpulver. Dies ist mit großer Wahrscheinlichkeit die Linie, welche sich unter Kontrolle der Armee befindet. Unser örtlicher Reiseleiter sagte uns, dass er auch diese Orte nicht kenne. Ich nehme an, das stimmt sogar, da nur bestimmte Personen diese Gegend betreten dürfen (auch Chinesen brauchen einen Passierschein). Es wäre somit sehr leichtsinnig, sich alleine in diese Gegend vorzuwagen. Der Verkehr auf dieser Linie scheint relativ sporadisch zu verlaufen. Die Arbeiter, die ich fragte (und die im Gegensatz zu unserem Reiseführer auch Auskunft gaben) sagten, dass etwa an jedem dritten Tag ein Zug verkehrt. Das andere Unternehmen, welches Dampflokomotiven einsetzt, ist gerade erst gegründet worden. Man trägt noch keinen Handelsnamen. Uns sind bislang keine weiteren Details hierüber bekannt.

Folgende Lokomotiven gehören definitiv zu Fabrik 805, da sie auf dem dortigen Einsatzplan aufgelistet waren:

Außerdem sahen wir:

Diese beiden Maschinen gehören unter Umständen zu den anderen beiden Unternehmen.

Bilder von der elektrisch betriebenen Schmalspurbahn Kuangsan :

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Yaojie

Wenn es keine ernsthaften Probleme mit der neuen Diesellok gegeben hat, so fuhren am 21. und 22.01. die letzten Dampfzüge nach Haishiwan (auf Bestellung). Derzeit erlaubt die Staatsbahn zwar noch das Einlaufen dampfbespannter Züge in den Staatsbahnhof, aber dies könnte sich sehr bald ändern. Obwohl einige der vorhandenen Maschinen der Reihe SY frisch überholt wurden, plant man den Kauf einer weiteren Diesellok Mitte 2006. Mit den dann vorhandenen zwei Dieselloks können nahezu alle Streckenleistungen erbracht werden. Man möchte die noch vorhandenen Dampflokomotiven so bald wie möglich los werden.

Die Bahnlinie des anderen Unternehmen in Tiehejing (manche nennen diesen Ort auch Nanlingcheng) weist aufgrund von Auftragsmangel derzeit keinen Verkehr auf. Ein regelmäßiger Verkehr besteht jedoch auf der Strecke von Yaojie nach Jinsheping, wo Züge für das Kraftwerk bespannt werden. Man besitzt sieben Lokomotiven, so dass man sich durchaus die Verkehrsdichte der Vergangenheit vorstellen kann. Hier gibt es jedoch zum Glück derzeit keine Pläne zur Verdieselung, so dass man in Yaojie auch in Zukunft noch mit dem Einsatz von Dampfloks rechnen kann.

Lokomotiven im Einsatz:

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Tagebau Yima

Bei unserem Besuch hatten hier die Neujahrsferien bereits begonnen. Ab Mitte Februar sollen jedoch wieder zwei Lokomotiven im Einsatz stehen.

Die Mine befand sich während unseren Aufenthalts in sehr schlechtem Zustand. Selbst ein Teil des Lokschuppendachs war bereits zusammengebrochen, so dass die hierin abgestellten Maschinen bereits von Schnee bedeckt waren. Man besitzt noch vier betriebsfähige Dampflokomotiven, von denen zwei im täglichen Einsatz gebraucht werden. Das Fördervolumen dieser Kohlemine ist sehr bescheiden. Ende Februar möchte man die erste Diesellok erwerben und Ende 2006 eine weitere, wodurch die Dampftraktion auch hier Geschichte sein wird. In der hiesigen Werkstatt führt man auch Hauptuntersuchungen durch.

Der Rangierbahnhof stellt mit mehreren Kohlebunkern und einer Fußgängerbrücke einen durchaus fotogenen Standpunkt dar. Die vorherige Beschaffung einer Zutrittsgenehmigung erscheint angebracht. Diese ist jedoch relativ problemlos erhältlich und erspart einem späteren Ärger.

Gesichtete Lokomotiven:

Xin'an Group Co.

Die Xin’an Group Co. verwaltet mehrere Minen, deren größte sich in Shishi befindet. Hier besitzt man vier Dampfloks der Reihe QJ und eine kürzlich erworbene DF7. Letztere wickelt den Gesamtverkehr auf der zum Teil schönen, 17 km langen Strecke zum Staatsbahnhof in der Nähe von Miaotou ab. Bei unserem Besuch war lediglich eine Dampflok zu Rangierzwecken bzw. als Reserve im Einsatz. Der auf der Diesellok geschriebene Firmenname lautete Yimeijituan.

Gesichtete/vorhandene Lokomotiven:

Schmalspurbahn Yinghao

Bitte lesen den Reisebericht meiner vorhergegangen Tour, um mehr über diese interessante Bahn zu erfahren. Die Situation hat sich seitdem nicht verändert. Die Neujahrsferien begannen hier mit dem Sonnenuntergang am Tag unserer Abreise. Glück gehabt ... Drei Loks der Reihe C2 waren im Einsatz. Die Nummer 04 kann nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden, da die Beschriftung auf der Lokomotive unleserlich war.

Lokomotiven im Einsatz:

Ziegeleibahn Xingyang

Die Ziegelei war für eine lange Zeit über die Neujahrsferien geschlossen, da ein Überschuss an Ziegeln vorhanden war. Auf dem Werksgelände waren große Haufen unverkaufter Ziegelsteine gelagert.

Die Bahn besitzt nur noch zwei Lokomotiven:

Der Manager der Bahn erzählte uns, dass die Bahn nach den diesjährigen Ferien mindestens bis zu den Neujahrsferien 2007 in Betrieb bleiben soll. Mehr über die Zukunft der Linie und der gesamten Ziegelei über 2007 hinaus konnte er uns jedoch nicht nennen.

Pingdingshan

Although some recent reports didn't really recommend going to Pingdingshan. We found the system still well worth a visit. Where in the world you can enjoy a sunrise with ten locos under steam in the depot? There are only a few places left, and Pingdingshan is one of them. All together we observed 21 steam locos and four diesel locomotives in use. We found no changes from previous reports except that the use of the diesel locomotives is unpredictable. During our stay they used the diesels mainly for short distance services (to mines 1, 2, 7 and 13.)

Almost all steam traffic was handled by the JS class 2-8-2s. The QJs were under steam but only as stand by in case a diesel failed. The deflectorless QJ served the line to Yüzhou. The staff expect to use of the QJs until 2008. These QJs looked really shabby while the JS are in rather good condition.

Although Pingdingshan bought several new diesels, they still haven't found a class which fits their requirements perfectly. They have bought one GK3B, one DF7G and two DF10D so far. They will buy at least two more diesels in 2006.

Obwohl Reiseberichte verschiedener Besucher nicht immer unbedingt eine Reiseempfehlung für Pingdingshan aussprachen, finden wir dieses Bahnsystem für den Dampflokfreund unbedingt besuchenswert. Wo auf der Welt kann man heutzutage noch einen Sonnenaufgang in einem Depot erleben, in dem zehn Lokomotiven unter Dampf stehen? Dies trifft nur noch auf wenige Orte zu und Pingdingshan ist einer davon. Insgesamt erlebten wir 21 Dampflokomotiven und vier Dieselloks im Einsatz. Wir fanden keine Neuigkeiten zu vorherigen Reiseberichten, außer, dass der Einsatz der Dieselloks völlig unberechenbar ist. Während unseres Aufenthalts fanden diese hauptsächlich auf den kürzeren Strecken (zu den Minen 1, 2, 7 und 13) Verwendung.

Nahezu der gesamte Dampfbetrieb wurde mit den 1'D1' Maschinen der Reihe JS abgewickelt. Die noch vorhandenen QJ waren ebenfalls unter Dampf, allerdings nur als Reserve für die Dieselloks. Die windleitblechlosen QJ bedienten die Strecke nach Yüzhou. Das Bahnpersonal vermutet die Verwendung der QJ bis 2008. Im Gegensatz zu den Loks der Reihe JS, befinden sich die QJ in schlechtem äußerlichem Zustand.

Obwohl man sich bereits mehrere Dieselloks zugelegt hat, hat man für die anfallenden Einsätze noch nicht die ideale Baureihe gefunden. So findet man hier inzwischen eine GK3B, eine DF7G und zwei DF10D. Im Jahr 2006 sollen mindestens noch zwei Dieselloks dazukommen.

Gesichtete Lokomotiven:

Dampflokomotiven:

Dieselloks:

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Düngemittelfabrik Kaifeng

Dieses Unternehmen besitzt zwei Loks der Reihe SY, wovon eine Ende 2005 überholt wurde. Sie kommt jedoch nur zwei- bis dreimal pro Woche zum Einsatz.

Zum Schluss noch eine Aufnahme von der Strecke Daba - Guyaozi:

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