Bericht: Bernd Seiler, Fotos: James Waite

Übersicht
Der Betrieb auf dieser Bahn läuft normal mit Diesellokomotiven. Nach der Einstellung des Personenzugverkehrs stehen die Dampflokomotiven nur noch für Charterzüge zur Verfügung. Da die beiden betriebsfähigen Dampflokomotiven jedoch nur selten eingesetzt werden, ist die mögliche Länge der Charterzüge begrenzt.
Es gibt einen Plan zur Umspurung der Strecke auf Normalspur. Als Baubeginn wird 2005 genannt. Genauere Angaben konnte man derzeit jedoch nicht machen.
Diese Bahn setzt nach wie vor Dampflokomotiven der Reihe QJ ein. Es handelt sich dabei um die letzten bekannten Einsätze von QJ in Südchina. Zwei QJ sind betriebsfähig und wickeln den Gesamtbetrieb ab. Dieser besteht derzeit aus nur einem, selten zwei Zugpaaren täglich. Man plant jedoch die Beschaffung gebrauchter Diesellokomotiven im Frühjahr 2005.
Daher verbleibt für eine wirklich seltene Aufnahme nur ein kurzes Zeitfenster: Im Dezember 2004 soll die Brücke über den Yangtze fertig gestellt werden. Diese Streckenverlängerung wird wahrscheinlich die letzte Streckeneröffnung mit Dampflokomotiven weltweit werden. Dampf über den Yangtze - eine elektrisierende Vorstellung!

Berichte über eine zunehmende Ausrichtung der Bahn auf Touristenverkehr können nicht bestätigt werden. Es gibt zwar einige Verbesserungen der Infrastruktur und zweier Personenwagen, aber nichts, was der Bahn zur Erlangung des Status' einer Disneybahn gereichen würde. Die Verbesserungen sind im Einzelnen:
Das ist schon alles. Der Charme der Bahn und ihrer Passagiere, einschließlich Schweinen auf ihrer letzten Fahrt zum Markt, hat sich nicht verändert. Die Lokomotiven (im Einsatz Nr. 09 und Nr. 14, eine weitere in Hauptuntersuchung) sind weiterhin grottig-grauschwarz, technisch aber ziemlich fit.

Die Kohlemine in Huangcunjin ist geschlossen. Einige Stimmen über eine Wiedereröffnung des Kohleabbaus waren zu vernehmen, von offizieller Seite gab es jedoch keine positive Stellungnahme. Bei unserem Aufenthalt sahen wir keine Güterzüge. Es gibt aber noch Baustofftransporte mit der Eisenbahn. Die in Yuejin ansässige Ziegelei schickt ihre Ziegel noch immer per Bahn zu den Bauherren entlang der Strecke. Eine Straßenalternative gibt es nicht.

Die Zukunft der Strecke ist vermutlich bis 2006 gesichert. Pläne für den Straßenbau (man müsste eigentlich nur die alte Straße nach Bagou straßenverkehrstauglich asphaltieren) liegen derzeit auf Eis, weil keine der Gemeinden bzw. die Provinz das nötige Geld aufzutreiben vermag (dafür baut man lieber in der Inneren Mongolei vierspurige Autobahnen für ein Verkehrsaufkommen von zehn Fahrzeugen pro Tag ...).
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Ein Höhepunkt der Tour! Nach fünf Besuchen haben wir endlich beides bekommen: Sonne und zwei Zugpaare am Tag! Verkehrt nur ein Zug täglich, so ist dessen Abfahrzeit in Huangjinggou um 7.00, Rückkehr des Leerzuges ist um 8.15 Uhr. Wenn zwei Zugpaare verkehren (was im Herbst 2004 öfter der Fall gewesen sein soll), dann ist die Abfahrzeit des ersten Zuges um 6.30 Uhr, Rückkehr um 7.45 Uhr. Der Zweite Vollzug verlässt Huanjinggou um 9.00 Uhr und kehrt gegen 10.15 Uhr zur Kohlemine zurück.

Das Management hat seine Meinung gegenüber ausländischen Besuchern geändert. Anstatt ihnen die Polizei auf den Hals zu hetzen hält man nun lieber die Hand auf. Man kann Zahlungen vermeiden, wenn man sich nur außerhalb von Depot (was verglichen mit anderen Depots kaum einen Besuch wert ist) und Ladeanlage aufhält. Andererseits ermöglicht die Zahlung (der Preis sollte unter 100 Yuan liegen) ungehinderten Zutritt zu den Bahnanlagen.
Niemand war in der Lage, eine Zukunftsprognose für die Bahn abzugeben.
Gesichtete Maschinen:


Gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten: Die Straße nach Pingzhai ist nun durchgehend geteert mit dem Resultat, dass die Eisenbahn fast alle ihre Passagiere verloren hat. Im September 2004 wurde der bekannte Personenzug mit Güterbeförderung eingestellt. Nunmehr verkehrt in dessen Fahrplanlage der Triebwagen 1017 mit einem einzelnen Personenwagen. Damit verbleiben nur noch drei JS im Einsatz, zwei für die Streckeneinsätze und eine für den Rangierdienst und die Übergaben Hechi Xi - Hechi.

Der Verlust des dampfgeführten Personenzuges ist allerdings nur der erste Schritt in eine noch betrüblichere Zukunft. Die Bahngesellschaft hat bereits zwei Diesellokomotiven für die Strecke Hechi Pingzhai/Shangcheng gekauft. Diese sollen im November 2004 geliefert werden. Nach Angaben des Personals im Depot Hechi Xi sollen die Dieselloks zum Jahreswechsel 2004/2005 den Gesamtverkehr übernehmen. In einem Gespräch mit dem Management war jedoch zu erfahren, dass die Dieselloks ihren ersten offiziellen Einsatz am 9.2.2005 zum chinesischen Neujahrsfest haben sollen. Eine letzte Galgenfrist für die JS!
Eine Japanische Reisegruppe charterte einen Zug für 10.000 RMB (ca. 1.000 Euro). Dafür bekamen sie eine JS und einen einzelnen Personenwagen von Hechi nach Pingzhai. Handeln über die Höhe des Preises ist nicht Sache des Managements der Guangxi Local Railway, somit sollte man sich die immense Geldverschwendung für einen Mickey Maus Zug lieber sparen.
Trotz der verringerten Anzahl von Zügen mit Dampf (wir sahen drei bis vier Züge am Tag) ist die Strecke nach wie vor eine Priorität-A-Empfehlung. Typisch südchinesische Landschaft (Karstfelsen) sind auf jeden Fall eine Reise wert, um die letzten Tage der gut gepflegten JS live zu erleben.

Lokomotiven:
| Loknummer | Status | Baujahr | Letzte Untersuchung |
| JS 8283 | Einsatz | 1988 | |
| JS 8284 | betriebsfähig abgestellt | 1988 | 6/2004 |
| JS 8285 | Einsatz |
1988 |
|
| JS 8288 | betriebsfähig abgestellt | 1988 | 12/2003 |
| JS 8290 | betriebsfähig abgestellt | 1988 | 7/2003 |
| JS 8373 | betriebsfähig abgestellt | 1988 | 8/2002 |
| JS 8375 | Einsatz, Rangierlok |
1988 |
|
| JS 8376 | betriebsfähig abgestellt | 1988 | 7/2004 |

Zu dieser Strecke gilt das oben gesagte: Auch für diese Strecke hat das Management der Guanxi Local Railway Diesellokomotiven erworben, die am 9. Februar 2005 offiziell in Betrieb genommen werden soll(en). Alle anderen Angaben meiner früheren Berichte sind nach wie vor aktuell.
Diese Strecke soll erst Ende 2005 verdieselt werden. Damit avanciert die Strecke Sancha - Locheng mit ihrem einzigen Gemischten Zugpaar bei Tageslicht zur letzten Chance für alle, die Dampfaufnahmen in den Karstbergen zu machen bislang versäumt haben.
Der GmP kann auf seinem Weg von Sancha nach Luocheng nennenswert verspätet werden. Er muss bei der Ausfahrt aus Sancha die Gleise der Staatsbahn kreuzen und wird daher als zweitrangiger Zug manchmal lange im Bahnhof festgehalten. Am 10. Oktober 2004 hatte der Zug dadurch über drei Stunden Verspätung, am nächsten Tag waren es immerhin 50 Minuten.
Die Züge fahren Schornstein voraus in Richtung Sancha - Locheng und in der Gegenrichtung Tender voraus.
Der Gesamtfahrplan, nicht Bestandteil meines letzten Reiseberichtes, kann nunmehr nachgereicht werden:
| Güterzug | GmP | Bahnhof | GmP | Güterzug |
| 45331 | 8595 | www.farrail.com | 8596 | 45332 |
| 23.20 | 09.55 | Sancha | 08.30 | 21.10 |
| - | 10.02/04 | Zhoutuan | 08.22/24 | - |
| 23.36/52 | 10.12/45 | Chayan | 08.02/15 | 20.20/52 |
| 00.11/29 | 11.04/06 | Sanhe | 07.43/45 | 19.50/20.04 |
| - | 11.16/28 | Gantangcun | 07.27/29 | - |
| - | 11.41/43 | Shimen | 7.12/14 | - |
| 0.58/01.21 | 11.57/12.17 | Xinyin | 06.58/07.00 | 19.09/24 |
| 01.31 | 12.25 | Luocheng | 06.50 | 19.00 |
Diese Guangxi Local Railway-Strecke östlich von Guilin wurde Anfang 2004 verdieselt.
Über diese Strecke der Guangxi Local Railway liegen keine Informationen vor.
Das örtliche Management der Ziegelei ließ verlauten, dass die Ziegelei in den nächsten sechs Monaten wegen Überholung der Anlagen nicht arbeiten wird. Damit wird bis zum Frühjahr 2005 auch kein Zugverkehr durchgeführt.
Rob Dickinson hat mit seiner Bemerkung, Yinghao sei nicht so gut wie Shibanxi absolut Recht. Das Fotopotential der Strecke ist wegen zahlreicher, die Bahn kreuzender Hochspannungsleitungen eher begrenzt, und die landschaftlich schönste Strecke zum Depot wird nur noch von einzeln fahrenden Lokomotiven frequentiert. Allenfalls eine Überführung von Schadwagen zum Depot kann noch den Anschein eines Kurzzuges erwecken. Die dortige Kohlemine hingegen ist seit längerer Zeit still gelegt. Trotzdem ist Yinghao unbedingt einen Besuch wert. Die Höhepunkte sind dabei die Lade- (Liangjiawajing) und Entladeanlagen (Yinghao) an den Endpunkten der Strecke sowie das Depot (Yinghao Meikuang) selbst. Das Depot führt auch Hauptuntersuchungen aus. Die Reparaturhallen sehen keineswegs danach aus, als könnte in Ihnen diese Untersuchungen durchgeführt werden, aber die Feldschmiede hält mehr als es den Anschein erweckt. Auf jeden Fall sehr besuchenswert!
Normalerweise gibt es drei Zugpaare bei Tageslicht. Die Ankunftszeiten an der Entlade"halle" sind Morgens, zwischen 11 und 12 Uhr sowie zwischen 14 und 15 Uhr. Im Sommer ist der Abendzug zwischen 18 und 19 Uhr noch bei Licht zu erleben. Zusammen mit den Nachtzügen gibt es acht Zugpaare täglich. Ein Zug besteht aus acht Wagen.

Die Leerzüge halten auf dem Weg von der Entladestation zum Bahnhof Xiangyang (-chezhan) meist mindestens ein Mal, damit die Maschine Dampf kochen kann. Von der Kohlemine Liangjiawajing können von einer Lok immer nur vier beladene Wagen befördert werden. Es wurde berichtet (aber bei unserem Besuch nicht gesehen), dass auch auf dem nur knapp einen Kilometer langen Abschnitt von der Kohlemine Liangjiawan nach Xiangyangchezhan manchmal Dampf gekocht werden muss.
Zwischen dem Bahnhof Xiangyang und dem Depot in Yinghao Meikuang können die Maschinen sowohl vorwärts als auch rückwärts fahren, da an beiden Endpunkten ein Gleisdreieck existiert.
Wir sahen zwar die bereits in anderen Berichten erwähnten Antennen nahe Xiangyangchezhan, aber weder militärische Anlagen noch Militärangehörige. Die Menschen, die uns begegneten, waren neugierig, freundlich oder beides. Einige Personale wollen sich allerdings nicht gerne fotografieren lassen. Deren Wunsch sollte man auch respektieren.

Etwa 20 Kilometer südwestlich von Zhenjiang in der Jingsu Provinz gibt es ein großes Industrie und Minengebiet, das durch eine Industriebahn mit der Staatsbahn Zehngjiang Nanjing verbunden ist. Das Depot der Bahn befindet sich in Weigang, ca. drei Kilometer südlich von Shima. Das alte Depot mit Kohlebansen und Wasserkran wird nicht mehr benutzt. Dafür steht daneben ein neuer, großer Schuppen, in dem aber nur Wagen zur Reparatur und ein Triebwagen abgestellt standen. Die Dampflokomotiven standen im Freien, teils in sehr schlechtem äußerlichen Zustand.
Um Weigang befinden sich mehrere Industriebetriebe, von denen die größten eine Tagebau-Eisenerzmine und mehrere Kalksteinförderwerke sind. Die Bahn fährt anscheinend nur Kalkstein ab. Dafür gibt es mindestens 55 Selbstentladewagen der Klasse K19, die alle recht neu sind (Baujahre 1986 und 1990 konnten gesichtet werden).
Die Strecke ist rund 15 km lang und verbindet die Kalksteinbrüche mit einer Entladeanlage nahe der Staatsbahnstation bei Yangtze. Es ist nicht bekannt, ob die Entladeanlage mittels Förderband mit einem Hafen am Yangtze oder mit einer weiteren Beladeanlage für Staatsbahnwagen verbunden ist.

Es gibt etwa fünf bis sieben Zugpaare pro Tag. Nach dem Beladen der Wagen werden diese aus der Gleiswaage in der Station Chuanshan (der Stationsname ist anscheinen nicht identisch mit de Ortsnamen Weigang) verwogen, bevor der Zug zur Entladeanlage herunter rollt. Durch die Selbstentladewagen nimmt der Entladeprozess nur wenige Minuten in Anspruch. Die leeren Züge kehren nach nur 35 bis 40 Minuten wieder zur Ausgangsstation Chuanshan zurück.
Die Bahn besitzt mindestens sieben 1'D1'-Lokomotiven der Klasse JS. Alle Maschinen stehen mit der Rauchkammer Richtung Norden. Daher sind alle Leerzüge bergauf Tender voran und alle beladenen Züge bergab Schornstein voraus. Das fotografische Potenzial der Strecke hält sich durch die extensive Nutzung von Strommasten entlang der Strecke in Grenzen. Einige ländliche Motive mit Bergen im Hintergrund sind dennoch möglich. Die besten Motive sind aber nicht an der Strecke zu finden, sondern nach meinem Dafürhalten die Ausfahrt aus der Kalksteinverladung mit dem großen Werk als Hintergrund und der etwas amerikanisch anmutende Wasserturm in der Station Chuanshan. Beide Motive bieten sich für das späte Nachmittagslicht an.
Bekannte Maschinen (Sichtung am 30.10.2004)

Die Kokerei befindet sich in den nordöstlichen Vororten von Zhenjiang. Die Kokerei besitzt mindestens zwei SY, von denen SY 1279 am 30. Oktober 2004 im Einsatz gesehen wurde. Obwohl die Bahnübergänge 24 Stunden am Tag mit Personal besetzt sind, verkehren anscheinend nur wenige Züge. Es gibt keinen festen Fahrplan, aber meist sollen zwischen 8 und 9 sowie zwischen 14 und 15 Uhr Züge bei Tageslicht verkehren. In der Nacht gibt es oft weitere Zugbewegungen.
Die ca. drei Kilometer lange Strecke führt von der Kokerei nach Süden zum Güterbahnhof von Zhenjiang, der sich im südöstlichen Teil der Stadt befindet. Von dort gibt es noch zwei weitere Fabriken südlich des Bahnhofes zu bedienen. Die letzte Fabrik sieht wiederum wie eine Kokerei aus, befindet sich aber in unmittelbarer Nähe zu einem Gefängnis. Daher sollte man sich in Nähe dieser Fabrik bei unangemeldeten Besuchen kurz fassen. Das gilt übrigens auch für die große Kokerei im Nordosten. Zumindest ein aufmerksamer Bürger (wie jeder Chinese, der sich wichtig hält) will das Fotografieren der Lokomotiven vor der strategisch wie wirtschaftlich absolut bedeutungslosen Kokerei verhindern. Somit ist auch hier die Anwendung einer schon aus der Zeit Cäsars ähnlich erfolgreichen Methode angesagt: Kommen sehen fotografieren verschwinden.
Die Lokomotiven stehen mit der Rauchkammer gen Süden. Gute Motive bieten die Kokerei als Industriehintergrund und einige Bahnübergänge. Obwohl, allein diese Bahn würde eine Reise nach Zhenjiang kaum rechtfertigen.

Die Lokalbahn von Zhenjiang nach Dagang im Osten war Gegenstand von Vermutungen, dort könnte noch Dampf eingesetzt werden. Die Hoffnungen auf eine Dampfstrecke verdichteten sich, als auch ein Schrankenwärter der Kokerei meinte, dass dort noch Dampflokomotiven im Einsatz stünden. Als wir dem Hafen dann einen Besuch abstatteten sahen wird jedoch eine brandneue Industriediesellokomotive, die einen Zug ins ca. 25 km entfernte Zhenjiang bespannt hatte. Wegen des Baues mehrer neuer Straßen hat die Bahn anscheinend erst kürzlich mehrere neue Brücken erhalten. Zudem sah auch der Schotter sehr neu aus. Damit ist anzunehmen, dass im Rahmen eines größeren Investitionsvorhabens auch gleich neue Lokomotiven mit beschafft wurden. Die Strecke hat insbesondere im mittleren Abschnitt einige schöne Motive, aber wer fährt schon wegen einiger kantiger Dieselkisten dorthin?
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