
Zehn neue Dieselloks stehen zur Abholung in Dalian bereit und warten lediglich noch auf die Vergabe ihrer Nummern. Diese werden zentral für alle Bahnen in China mit Ausnahme von Werks- und Waldbahnen festgelegt. Da die Nummernkommission über die chinesischen Ferien vom 1. bis 7. Oktober natürlich nicht arbeitet, konnten auch keine Nummern vergeben werden. Die Abholung der Dieselloks wird sich aber noch weiter verzögern. Man rechnet in Daban mit dem ersten Neuzugang am 15.10.2005. Die weitere Maschinen sollen bis zum 1. November 2005 folgen. Auch danach wird es noch Dampfeinsätze geben, diese sollen aber bis Jahresende endgültig vorbei sein.
Die neu gelieferten Dieselloks verzeichnen auf dem Abschnitt Daban - Haoluku einen hohen Radreifenverschleiß und natürlich auch eine größere Beanspruchung der Schienen. Mehrere Maschinen mussten wegen starker Spurkranzabnutzung zwischenzeitlich außer Betrieb genommen werden. Dies bescherte dem Abschnitt Daban - Chabuga Anfang Oktober 2005 noch einmal fast 100%igen Dampfbetrieb.
Die JiTong Bahn hat bereits 3 weitere DF4B beschafft, die zusammen mit den zehn neunen Maschinen die Verdieselung des Abschnittes Daban - Chabuga ermöglichen sollen. Um mit dieser geringen Anzahl an Lokomotiven auszukommen, sollen die Züge in Chabuga nicht mehr umgespannt werden. Weiterhin sollen zukünftig alle Dieselloks auf der Strecke Daban Baiqi durchlaufen. Haoluku wird dann nichts weiter als eine Durchgangsstation werden. Darüber hinaus wird man die Zuglasten erhöhen. Die vielen Vorspannleistungen werden entfallen. Sie sind bei vielen Zügen auch derzeit nicht unbedingt notwendig, jedoch hat man zu viele Dampflokomotiven und Personale, die nach einer Beschäftigung suchen. Es kam vor, dass Züge von 2.500 Tonnen mit zwei QJ bespannt wurden, obwohl eine Maschine 2.300 Tonnen Höchstlast hat. Um den Betrieb flüssig zu halten und das Umrangieren in Chabuga bzw. Daban zu vermeiden, spannte man jedoch lieber zwei Maschinen vor, als drei Wagen abzuhängen und dem nächsten Zug beizustelen.
Wenn es Nacht wird in Gulumanhan ...



Die Hoffungen auf eine Eröffnung der Neubaustrecke Sanggendalai - Lanqi mit Dampflokomotiven schwinden. Durch die Neubeschaffung von Dieselloks bereits in 2005 und die verspätete Betriebsaufnahme werden sich Wege finden, auch ohne Dampf auszukommen. Die Streckeneröffnung wird jetzt nicht mehr vor Januar 2006 erwartet. Man versicherte noch einmal, dass diese Strecke keine Zweigstrecke der JiTong Bahn sein wird, diese jedoch momentan auf dem bestehenden Teilstück nach Xilinhaote lediglich den Betrieb abwickelt.

Die geplante Übernahme der JiTong Bahn durch China Railways, der Staatsbahn, wird seitens der Staatsbahn nicht mehr verfolgt. Durch die forcierte Verdieselung hat die JiTong Bahn mittlerweile so viele Kredite aufnehmen müssen, dass sie für die Staatsbahn finanziell uninteressant geworden ist. Um die Strecke trotz Dieselbetrieb wieder in die Gewinnzone zu bringen, sind weitere Ausbauarbeiten zur Erhöhung der Zuggewichte notwendig. Die Gleislänge von verschiedenen Bahnhöfen muss verlängert und teilweise müssen zusätzliche Gleise hinzugefügt werden. Das alles wird aus weiteren Krediten finanziert, die aber derzeit nicht aus einem operativen Gewinn (den es derzeit nicht gibt) zurückgezahlt werden können. Die Verluste werden derzeit von der Provinzregierung getragen. Der Staat ist verständlicherweise nicht erpicht darauf, sich daran zu beteiligen.
Die Formsignaltechnik wird in Kürze von der JiTong Bahn verschwinden. In Baomutu und Dariqiga waren die neuen Lichtsignale bereits aufgestellt und sollten in Kürze in Betrieb gehen.
Das Depot Daban wird derzeit von den Resten des Dampfbetriebes gesäubert. Nahezu alle Gebäude erhielten oder erhalten einen neuen, hellgelben Anstrich. Es werden neue Putzstände für Dieselloks errichtet, der Lokschuppen wird innen geweißelt. Die Besandungsanlage hat man bereits abgebaut. Ein augenscheinlich überdimensioniertes Tanklager entstand auf der Nordseite des Depots, neue weiße Plastiktankhäuschen sind im Entstehen. Man erkennt das Depot kaum noch als Dampfdepot. Bei unserem Besuch befand sich keine einzige Maschine im Schuppen, alle standen entweder auf der Strecke im Einsatz oder im Vorfeld unter Dampf abgestellt. Die QJ scheinen ihre letzten Runden ohne Beanstandungen abzufahren. Wir erlebten erneut keinen einzigen Ausfall. Allerdings, eine DF4 (9010) machte bei der Ausfahrt aus Daban ca. zwei Kilometer hinter dem Bahnhof schlapp und musste wieder zurück rollen. Nach einer kleineren Reparatur konnte sie die Fahrt jedoch mit rund einer Stunde Verzögerung antreten.


Für Touristenzüge will man fünf Dampflokomotiven weiterhin betriebsfähig halten. Nummernmäßig bekannt sind derzeit die beiden zuletzt untersuchten QJ 7038 und 7081. Die nächste Fahrt mit einigen dieser fünf Maschinen wird Anfang November stattfinden (siehe GW Travel und IGE Bahntouristik). Auf Grund der exorbitanten Preisvorstellungen der JiTong Bahn (30.000 US-Dollar für ein Zugpaar) werden sich wohl nicht allzu viele Veranstalter um einen Einsatz der Loks bemühen. Die für den 8. - 10.10.2005 geplante Sonderveranstaltung mit Dampf am Jingpeng Pass wurde wegen eben dieses hohen Preises abgesagt. Es handelte sich um einen chinesischen Veranstalter. Ablehnungsgründe zur Senkung des Preises waren: "Kein Wasser in Jingpeng und keine Kohle in Haoluku". Das sind typisch chinesische Ausreden, wenn man etwas nicht machen will, obwohl es problemlos zu machen wäre. Warum man bei knapper Kassenlage auf Zusatzeinnahmen aus dem Tourismus vorsätzlich verzichtet, kann man aus europäischer Sicht der Dinge nicht begreifen.

|
QJ |
DF4A | DF4B | DF4D | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|
|

© FarRail Tours - e-mail: Bernd Seiler - zurück zu FarRail Tours
Click here to return to FarRail Tours